„Durchblick“-Parcours: Über 1.000 Siebtklässler im Wartburgkreis sprechen über Sucht und Medien
Mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen aus dem Wartburgkreis haben sich im Frühjahr 2026 in einem interaktiven Parcours mit Alkohol, Vapes und ihrer eigenen Mediennutzung beschäftigt. Das Präventionsprojekt „Durchblick“, organisiert vom Amt für Kindheit und Jugend im Landratsamt Wartburgkreis und der Suchtberatungsstelle „Kompass“ der Diakoniestiftung Thüringen in Eisenach, machte dafür in Eisenach, Wutha-Farnroda, Bad Salzungen und Vacha Station. Ziel ist es, Jugendliche in einer Phase erster Partys, Jugendweihen und Konfirmationen frühzeitig zu stärken und für Risiken legaler Suchtmittel zu sensibilisieren.
Der Parcours besteht aus vier Stationen zu den Themen Rausch, Alkohol, Vaping und Medien. Statt Frontalvortrag setzen die Fachkräfte auf Mitmachen, Diskussionen und Beispiele aus dem Alltag der Jugendlichen. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Wie fühlt sich Rausch an? Wo beginnt problematischer Konsum? Und welche Rolle spielen Gruppendruck und soziale Medien im Alltag?
Besonders in den Blick genommen werden Alkohol und Vapes. Alkohol spielt für viele Jugendliche rund um Feiern im familiären Umfeld eine erste Rolle. Vapes – elektronische Einweg-Zigaretten – wirken durch süßliche Aromen und ein unauffälliges Design auf viele Jugendliche attraktiv, bergen aber ein Suchtrisiko, das häufig unterschätzt wird. Die Verantwortlichen verweisen darauf, dass der Verkauf und Konsum nikotinhaltiger Produkte für Minderjährige gesetzlich verboten ist.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Mediennutzung. An der Station „Medien“ geht es um Suchtmechanismen und darum, warum digitale Plattformen so gestaltet sind, dass Nutzerinnen und Nutzer möglichst lange dabeibleiben. Beim Realitäts-Check schätzen die Jugendlichen zunächst ihre tägliche Bildschirmzeit und gleichen diese anschließend mit den tatsächlichen Werten in den Smartphone-Einstellungen ab. Viele erleben dabei, wie weit Eigenwahrnehmung und Realität auseinanderliegen.
Christina Oechel vom Amt für Kindheit und Jugend, eine der Projektkoordinatorinnen, beschreibt die Rückmeldungen der Jugendlichen als offen und ehrlich. Viele nutzten den geschützten Rahmen, um Fragen zu stellen und eigene Erfahrungen anzusprechen. Eine zentrale Botschaft des Projekts ist, dass ein bewusster und eigenverantwortlicher Umgang mit Suchtmitteln, Medien und Gruppendruck entscheidend ist. Fachstellen betonen, dass frühe Prävention einen wichtigen Beitrag leisten kann, um Risiken zu verringern und Jugendliche zu stärken.
Getragen wird „Durchblick“ von einem breiten Netzwerk im Wartburgkreis. Beteiligt sind unter anderem Schul- und Jugendsozialarbeit, Familien- und Erziehungsberatungsstellen, der Kinderschutzdienst, Ehrenamtliche sowie weitere Partner. Die Jugendlichen lernen so nicht nur Fakten zu Suchtmitteln kennen, sondern auch Ansprechpersonen und Hilfsangebote vor Ort.
Mit dem diesjährigen Durchgang knüpft der Wartburgkreis an die Vorjahre an, in denen der Parcours ebenfalls mehr als 1.000 Siebtklässlerinnen und Siebtklässler erreichte. Die Verantwortlichen setzen damit auf eine kontinuierliche Präventionsarbeit, die an den Lebenswelten der Jugendlichen ansetzt und rechtliche Rahmenbedingungen, aktuelle Konsumtrends und digitale Gewohnheiten gemeinsam in den Blick nimmt.
Quelle: Pressemitteilung vom 08.07.2026
Veröffentlicht am 08.07.2026 13:02 von Christian Wolf, Redakteur
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