Ehrenamtsbörse im Nachbarschaftszentrum soll zur festen Anlaufstelle werden
Im Nachbarschaftszentrum in der Goethestraße hat erstmals eine Ehrenamtsbörse stattgefunden. Anlass war der von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausgerufene Ehrentag, ein bundesweiter Mitmachtag zum Geburtstag des Grundgesetzes. Unter dem Motto „Kennst Du Dein Ehrenamt in Eisenach?“ präsentierten Initiativen, Vereine und Einrichtungen ihre Angebote – mit dem gemeinsamen Ziel, die Ehrenamtsbörse künftig regelmäßig zu etablieren.
Ein Beispiel aus dem Nachbarschaftszentrum ist das Café „Auszeit“ für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz. „Wir sind eine Gruppe von sieben bis 15 Leuten, manchmal sind wir auch über 20“, berichtete Betreuerin Jana Steiner. Einmal im Monat treffen sich dort Angehörige, um sich auszutauschen, Kraft zu schöpfen und Informationen zu Hilfsmitteln, Therapien oder Pflegeangeboten zu erhalten. Zusätzlich ist eine Nordic-Walking-Gruppe geplant, die das bestehende Angebot ergänzen soll.
Auch für Kinder und Jugendliche gibt es im Nachbarschaftszentrum feste Angebote. Gudrun Popp und Gerlinde Feuerstein betreuen eine Gruppe, die sich regelmäßig trifft, gemeinsam liest und sich mit Eisenach und seiner Geschichte beschäftigt. Aktuelles Projekt ist ein Hochbeet, das die Kinder unter anderem mit Paprika, Minze und Salbei bepflanzt haben. Besonders neugierig sind sie auf den Erdbeer-Spinat. Zur Erntezeit planen die beiden „Leseomas“ eine „Big-Party“ mit den Kindern.
Heike Apel-Spengler von der Freiwilligen-Agentur in Trägerschaft der Diakoniestiftung Thüringen ermutigte dazu, gerade Familien anzusprechen, deren Kinder sich allein nicht trauen würden oder noch nicht so gut Deutsch sprechen. Gemeinsam mit der städtischen Beauftragten für ehrenamtliches Engagement, Nicole Päsler, hat sie die Ehrenamtsbörse organisiert. Beide wollen mit dem Format Hemmschwellen senken und Interessierte direkt mit bestehenden Angeboten zusammenbringen.
Bei der Veranstaltung wurde außerdem die Datenbank „Freinet“ vorgestellt. Sie bündelt Gesuche und Angebote für ehrenamtliches Engagement in Eisenach und zeigt, wo Unterstützung gebraucht wird. Initiativen, Vereine und Einrichtungen können dort ihre Bedarfe einstellen. Ein Matching-Button soll passende Gesuche und Angebote automatisch zusammenführen. Derzeit sind 312 ehrenamtlich Aktive in Eisenach registriert, die Datenbank muss aber weiter mit Informationen gefüllt werden.
Ein erstes praktisches Beispiel für die Nutzung von „Freinet“ ist die Elisabeth-Tafel der Caritas, die am 13. August auf dem Markt geplant ist. Für den Aufbau von Zelt, Tischen und Bänken sowie für die Ausgabe kostenloser Suppenportionen werden zahlreiche Helferinnen und Helfer gesucht. Solche Einsätze können einmalig sein oder sich über mehrere Wochen und Monate erstrecken – beides lässt sich über die Datenbank organisieren.
Zur Ehrenamtsbörse stellten sich weitere Akteure vor, darunter der Verein Pflegeform mit seinen regelmäßigen Sprechzeiten im Bürgertreff „Mittendrin“ am Markt 23, der „Eine-Welt-Laden / Markt der Völker“ als direkter Nachbar, die ökumenische Hospizgruppe, die Lokale Partnerschaft für Demokratie Eisenach–Wutha-Farnroda, das Wartburgradio und die Landfrauen. Sie alle nutzen das Format, um ihre Arbeit sichtbar zu machen und neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gewinnen.
Am Ende der Premiere waren sich die Beteiligten einig: Die Ehrenamtsbörse im Nachbarschaftszentrum soll keine einmalige Aktion bleiben, sondern regelmäßig stattfinden und so zu einer festen Anlaufstelle für ehrenamtliches Engagement in Eisenach werden.
Quelle: Pressemitteilung vom 01.06.2026
Fotos: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am 01.06.2026 12:57 von Christian Wolf, Redakteur


Kommentare