03.03.2026

Eisenach trauert um langjährigen AWE-Entwicklungschef Theo Ellinger

Der frühere Entwicklungschef des Automobilwerks Eisenach, Theo Ellinger, ist Mitte Februar im Alter von 93 Jahren verstorben. Mit seinem Tod verliert die Stadt Eisenach einen prägenden Ingenieur, der über drei Jahrzehnte maßgeblich an der Entwicklung des regionalen Automobilbaus beteiligt war.

Ellinger, geboren in Ostthüringen, absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugschlosser und studierte anschließend Maschinenbau und Kraftfahrzeugtechnik in Karl-Marx-Stadt und Dresden. 1959 kehrte er nach Eisenach zurück und begann seine Laufbahn im traditionsreichen Automobilwerk als Berechnungsingenieur. Bereits nach kurzer Zeit übernahm er die Leitung der Getriebeentwicklung und wurde 1971 Chef der Abteilung Neukonstruktion. In dieser Funktion verantwortete er bis zur Werksschließung 1991 alle serienrelevanten Weiterentwicklungen des Wartburg 353.

Viele der unter Eillingers Leitung entwickelten Nachfolgemodelle gelangten nie in die Serienfertigung. Gründe dafür lagen in den wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der DDR, die Innovationen häufig ausbremsten und Projekte der Geheimhaltung unterwarfen. Erst mit der Veröffentlichung seiner Erinnerungen im Jahr 1997 machte Ellinger technische Details und Hintergründe der DDR-Automobilentwicklung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich.

Auch nach seinem aktiven Berufsleben blieb Ellinger dem Eisenacher Automobilbau eng verbunden. Er unterstützte den Verein der Freunde des Automobilbaus, den Museumsverein AWE sowie das Museum automobile welt eisenach mit seinem Fachwissen und zahlreichen Vorträgen. Das Museum dokumentiert heute die Geschichte des Eisenacher Automobilbaus und bietet Einblicke in die Entwicklungsarbeit während der DDR-Zeit, zu der Ellinger maßgeblich beitrug.

Die Eisenacher Automobilgeschichte ist eng mit Persönlichkeiten wie Theo Ellinger verbunden, die trotz schwieriger Rahmenbedingungen technische Innovationen vorantrieben und ihr Wissen an die nächsten Generationen weitergaben.

Quelle: Pressemitteilung vom 02.03.2026
Foto: AWE
Veröffentlicht am von , Redakteur

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