12.11.2024 👎2

Gerstungen vor Herausforderungen: Diskussion um Schließung von Kindergärten

Die Gemeinde Gerstungen im Wartburgkreis steht vor der Herausforderung, ihre Kindergärten an die demografischen Veränderungen anzupassen. Die geringe Auslastung und hohe Kosten zwingen die Gemeinde, die Schließung mehrerer Einrichtungen in Betracht zu ziehen. Ein Einwohnerforum soll die Zukunft der Kindergärten diskutieren.

Die Gemeinde Gerstungen ist von Geburtenrückgängen betroffen, was zu einer Auslastung der Kindergärten von durchschnittlich 70 Prozent geführt hat. Bürgermeister Daniel Steffan (CDU) erklärte, dass die Gemeinde verpflichtet sei, die Struktur den Rahmenbedingungen anzupassen. Diese Aufgabe hätte eigentlich schon früher angegangen werden müssen, betonte Steffan.

Gerstungen ist flächenmäßig so groß wie Gera, hat aber nur etwa ein Zehntel der Einwohner. Von den rund 9.000 Menschen leben viele in kleineren Ortsteilen, die Kindergärten mit sinkenden Kinderzahlen betreiben. Die Geburtenraten sind rückläufig, und Steffan wies darauf hin, dass im Geburtenknick der Nachwendezeit viele Frauen nicht geboren wurden, die jetzt Kinder bekommen müssten.

Eine Analyse des Kindergarten-Netzes hat ergeben, dass einige Einrichtungen besonders betroffen sind. Ein Punktesystem bewertete die Kindergärten nach verschiedenen Kriterien, darunter die zukünftige Kinderzahl und die Betriebskosten. Kindergärten in Eckardtshausen und Unterellen erhielten die niedrigsten Bewertungen und sollen zum Schuljahresbeginn 2025/26 geschlossen werden. Drei Jahre später soll Förtha folgen, um die Gebühren für die Eltern stabil zu halten.

Eltern und Erzieher zeigten sich enttäuscht über die Pläne. Eltern spielten auch mit dem Gedanken, einen Verein zu gründen, um die Betreuung selbst zu übernehmen.

Bürgermeister Steffan erklärte, dass die meisten Kosten für die Kindergärten bereits von der Gemeinde getragen werden. Für das kommende Jahr sind knapp 2,3 Millionen Euro eingeplant, was die Elternbeiträge auf derzeit 25 Prozent der Gesamtkosten reduziert.

Trotz dieser Debatte bleibt die Zukunft ungewiss. Steffan betonte, dass der erste Schritt notwendig sei, um steigende Kosten zu vermeiden. Sollte der Gemeinderat die Pläne im Dezember genehmigen, könnten diese schon bald Realität werden. Mehrere Gemeinderatsmitglieder hatten bereits Zweifel geäußert und betont, dass diese Entscheidungen emotional belastend seien.

Quelle: MDR vom 12.11.2024
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