Gerstungens Bürgermeister stellt Weichen für 2026: Investitionen, Kindergärten und Bürgerbeteiligung im Fokus
Mit dem Jahresbeginn 2026 hat Bürgermeister Daniel Steffan die zentralen Herausforderungen und Ziele für die Gemeinde Gerstungen vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen Investitionen in die Infrastruktur, die Zukunft des Kindergartennetzes sowie eine geplante Einwohnerbefragung zur Gebietsreform und zur Identifikation mit der Großgemeinde. Steffan betont, dass 2026 als „Jahr der Klarheit“ genutzt werden soll, um grundlegende Fragen zur Entwicklung Gerstungens offen anzugehen.
Ein zentrales Thema bleibt die Sanierung der Trink- und Abwasseranlagen sowie der Straßen. Die Gemeinde sieht sich mit erheblichen Altlasten aus der Eingemeindung von Marksuhl und Wolfsburg-Unkeroda konfrontiert. Laut aktuellen Berechnungen der Gemeindewerke sind für die Modernisierung der Abwasserinfrastruktur Investitionen von mindestens 70 Millionen Euro über die nächsten 15 bis 35 Jahre erforderlich. Hinzu kommen geschätzte 25 bis 35 Millionen Euro für die Erneuerung von Straßen, Gehwegen und Grünanlagen. Diese Summen werden den Handlungsspielraum der Gemeinde für weitere Projekte stark einschränken.
Auch das Kindergartennetz steht vor Veränderungen. Aufgrund sinkender Geburtenzahlen – von 80 Geburten im Jahr 2019 auf nur noch 36 im Jahr 2025 – sieht Steffan Handlungsbedarf für eine Neuausrichtung. Ein Arbeitskreis hat dazu im Jahr 2025 Empfehlungen erarbeitet, die dem Gemeinderat in der ersten Jahreshälfte 2026 vorgelegt werden. Zur Debatte steht unter anderem, ob die Gemeinde künftig alle Kindergärten selbst betreibt oder an der bisherigen Mischstruktur mit freien Trägern festhält.
Die Folgen der Gebietsreform von 2018 beschäftigen die Gemeinde weiterhin. Steffan weist darauf hin, dass die Größe Gerstungens und die unterschiedlichen Bedürfnisse der Ortsteile eine besondere Herausforderung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt darstellen. Die Verwaltung sieht die Notwendigkeit, die Auswirkungen der Reform und die Identifikation der Bürger mit der Großgemeinde genauer zu untersuchen. Dazu ist für 2026 eine Einwohnerbefragung geplant, die verschiedene Formate – von Online-Umfrage bis Einwohnerversammlung – umfassen könnte. Ziel ist es, die Sichtweisen der Bevölkerung zu erfassen und die zukünftige Entwicklung stärker an den Bedürfnissen der Bürger auszurichten. Bereits in der Vergangenheit hat Gerstungen mit Bürgerumfragen Erfahrungen gesammelt, etwa bei der Entwicklungskonzeption für die Ortsteile Oberellen und Unterellen mit einer Online-Befragung.
Für 2026 kündigt Steffan zudem eine intensivere Informationspolitik an. Die Bürgerinnen und Bürger sollen regelmäßig und transparent über die wichtigsten Entwicklungen informiert werden – unter anderem über Amtsblatt, Website und soziale Medien. Damit will die Gemeinde die politische Teilhabe stärken und die Akzeptanz für notwendige Maßnahmen erhöhen.
Quelle: Pressemitteilung vom 22.01.2026
Foto: Gemeinde Gerstungen
Veröffentlicht am 22.01.2026 18:33 von Christian Wolf, Redakteur
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