Mühlgraben in der Fischerstadt wird bis 2027 zum Treffpunkt am Wasser
Am Eisenacher Mühlgraben in der Fischerstadt entsteht in den kommenden Monaten ein neues Quartiersband am Wasser. Zwischen Hospitalstraße und August-Bebel-Straße werden Straße und Uferbereich grundhaft erneuert, der Bachlauf soll bis zum Frühjahr 2027 vor allem für Kinder und ältere Menschen besser erlebbar werden. Parallel dazu schließt die Städtische Wohnungsgesellschaft (SWG) ihren geförderten Neubau für sozialen Wohnungsbau ab, vor dem ein neuer Aufenthaltsbereich mit Blick auf den Mühlgraben entsteht.
Die Bauarbeiten haben am 27. Juli 2026 begonnen. Kern des Projekts ist der Ausbau der Straße Fischerstadt in diesem Abschnitt sowie eine neue Gestaltung des Ufers. Geplant sind Trittsteine im Wasser, über die Kinder den Mühlgraben aus nächster Nähe entdecken können. Eine Treppe verbindet das Ufer mit einer Aussichtsplattform, auf der Sitzsteine direkt vor der neuen Wohnanlage zum Verweilen einladen. Entlang des Ufers wird so bepflanzt, dass in den nächsten Jahren schattige Aufenthaltsbereiche entstehen.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Wohnanlage ist eine Rundbank in S-Form vorgesehen. Sie soll einen ruhigen Blick über den Mühlgraben in einem künftig beschatteten Bereich ermöglichen. Das Gelände wird so modelliert, dass die Bank auch mit Rollator oder Kinderwagen gut erreichbar ist. Zwischen der Hospitalstraße und etwa der Hälfte der Straße Fischerstadt entsteht zusätzlich eine Uferstützwand, die das Gelände sichert und die Neugestaltung des Bereichs ermöglicht.
Oberbürgermeister Christoph Ihling sieht in der Maßnahme einen wichtigen Baustein für das Quartier: Der neue soziale Wohnungsbau in der Fischerstadt gehe seiner Fertigstellung entgegen, gleichzeitig werde das Wohnumfeld für alle Bewohnerinnen und Bewohner aufgewertet. Kinder sollen am Ufer spielen können, ältere Menschen finden Sitzgelegenheiten für Begegnung und Gespräche. Der Mühlgraben werde damit als Ort des Aufenthalts und der Begegnung stärker in den Alltag der Anwohner eingebunden.
Die Stadt knüpft mit dem Projekt an bereits beschlossene Leitlinien der Stadtentwicklung an. Im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) sind unter anderem die Stärkung Eisenachs als Wohnstandort, eine lebendige Entwicklung der Stadt- und Ortsteile sowie eine höhere Attraktivität für Kinder und Jugendliche festgeschrieben. Gleichzeitig spielen Klimaschutz und Klimaanpassung eine Rolle – etwa durch die Aufwertung von Gewässern und Uferbereichen oder das Schaffen von Schattenplätzen.
Auch der Masterplan Grün betont die Bedeutung zusammenhängender grüner und blauer Infrastruktur in der Stadt. Gemeint sind damit vernetzte Grünflächen und Wasserläufe, die nicht nur ökologisch, sondern auch als Freizeit- und Aufenthaltsräume wirken. Treffpunkte im Grünen und am Wasser sollen besser erreichbar und nutzbar werden – vergleichbar mit Projekten wie dem Mehrgenerationen-Spielplatz im Thälmannviertel, der seit 2026 als barrierefreier Treffpunkt für verschiedene Altersgruppen dient.
Für die Umgestaltung am Mühlgraben arbeiten die Stadt Eisenach und der Trink- und Abwasser Verband (TAV) Eisenach-Erbstromtal zusammen. Einschränkungen für den Verkehr sollen weitgehend vermieden werden: Für die Baustelleneinrichtung wird eine Fläche auf dem Parkplatz in der Karl-Marx-Straße genutzt, sodass die Straße Fischerstadt selbst möglichst wenig belastet wird.
Die geschätzten Gesamtkosten der Maßnahme für Stadt und TAV liegen bei rund 1,56 Millionen Euro. Der Freistaat Thüringen unterstützt das Projekt nach der Thüringer Städtebauförderungsrichtlinie (ThStBauFR). Die Stadt Eisenach erhält dafür Fördermittel in Höhe von 711.484 Euro. Bis zum geplanten Abschluss im Frühjahr 2027 soll so ein gut erreichbarer Treffpunkt am Wasser entstehen, der das Quartier Fischerstadt dauerhaft aufwertet.
Quelle: Pressemitteilung vom 28.07.2026
Fotos: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am 28.07.2026 11:34 von Christian Wolf, Redakteur


Kommentare
Beton, wir brauchen mehr Beton! Am Mühlgraben brüten und siedeln Wasseramseln. Eine Beton-Uferbefestigung wird sie vertreiben. Schade!
Wenn dem so ist dann hat die Stadt ein Problem, die Wasseramsel ist durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt!!!!!!!