05.10.2026

Neuer Forschungsbeirat stärkt wissenschaftliche Arbeit im Nationalpark Hainich

Der Nationalpark Hainich erhält ein neues wissenschaftliches Beratergremium: In Erfurt ist am 05.10.2026 der Forschungsbeirat offiziell berufen worden. Umweltminister Tilo Kummer übergab 14 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus ganz Deutschland die Berufungsurkunden. Das Gremium soll die Nationalparkverwaltung künftig bei Forschungsvorhaben und beim langfristigen Monitoring im Schutzgebiet unterstützen.

Der Minister bezeichnete den Nationalpark als wichtigen Ort für Langzeitstudien: In den weitgehend ungestört ablaufenden Waldprozessen lasse sich beobachten, wie sich das Ökosystem entwickelt. Der neue Beirat solle helfen, diese Forschung strategisch weiterzuentwickeln und die unterschiedlichen Fachrichtungen besser zu vernetzen.

Dem Forschungsbeirat gehören Fachleute aus Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen an. Abgedeckt werden unter anderem Walddynamik, Waldstruktur, Waldbau, Biodiversität, Pflanzenökologie und Entomologie. Hinzu kommen Kompetenzen in Hydrogeologie, Bodenkunde, Kohlenstoffkreisläufen, Klimatologie, Wildtiermanagement, Ornithologie und Artenschutz.

Vertreten sind außerdem moderne Methoden der Datenerhebung wie Fernerkundung, Laserscanning und 3D-Modellierung. Damit kann der Nationalpark auf ein breites Spektrum an wissenschaftlicher Expertise zurückgreifen – von bodennahen Untersuchungen bis zur großflächigen Analyse der Waldentwicklung.

Zu den berufenen Mitgliedern zählen unter anderem Forschende der Georg-August-Universität Göttingen, der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Technischen Universität München, der Universität Leipzig sowie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung. Mit dabei sind außerdem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz, das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha sowie mehrere Hochschulen aus Mitteldeutschland und Niedersachsen.

Bei der konstituierenden Sitzung nutzten die Mitglieder zunächst die Gelegenheit zum fachlichen Kennenlernen und Austausch. Anschließend beriet das Gremium über künftige Forschungsschwerpunkte und den Bedarf an Monitoring im Nationalpark. Ziel ist es, die anstehenden Projekte thematisch zu bündeln und langfristig auszurichten.

Für die Region um Eisenach ist der neue Beirat vor allem mit Blick auf laufende und geplante Vorhaben im Nationalpark relevant. Bereits seit Jahren werden dort Studien zu Totholz, Bodenprozessen, Klimawandel und Artenvielfalt durchgeführt. Die Berufung des Gremiums soll sicherstellen, dass solche Projekte fachlich eng begleitet und die Ergebnisse besser miteinander verzahnt werden.

Langfristig kann der Forschungsbeirat damit auch Impulse für Umweltbildung und Besucherinformation im Nationalpark geben – etwa wenn neue Erkenntnisse zu Waldentwicklung, Artenvorkommen oder Klimafolgen in Führungen, Ausstellungen oder Informationsmaterialien einfließen.

Quelle: Pressemitteilung vom 05.10.2026
Foto: Nationalpark Hainich
Veröffentlicht am von , Redakteur

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