Regionale Entwicklungsstrategie steht: Erste Projekte im Norden des Wartburgkreises starten
Der Wartburgkreis und seine Nachbarn im Norden haben ihren gemeinsamen Zukunftsplan fertig: Nach rund drei Jahren Arbeit liegt die Regionale Entwicklungsstrategie für das „Entwicklungsnetzwerk Hörselberge–Wartburg–Hainich–Werratal“ vor. Sie bündelt Ziele in den Bereichen Wirtschaft und Energie, Verkehr und Mobilität sowie Tourismus und Naherholung und soll die Region als Lebens-, Arbeits- und Erholungsraum stärken. Im Fokus steht dabei nicht die einzelne Kommune, sondern das Zusammenspiel von Eisenach, Treffurt, Amt Creuzburg, den Gemeinden Hörselberg-Hainich und Wutha-Farnroda, der Verwaltungsgemeinschaft Hainich-Werratal und dem Wartburgkreis.
Trägerin der Strategie ist die Kommunale Arbeitsgemeinschaft „Entwicklungsnetzwerk Hörselberge–Wartburg–Hainich–Werratal“. Sie wurde im Auftrag des Wartburgkreises von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG Thüringen) erarbeitet und über eine Förderrichtlinie des Freistaats zur Regionalentwicklung und zur Gestaltung des demografischen Wandels finanziell unterstützt. Grundlage waren mehrere Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunen, Fachbehörden, Wirtschaft, Tourismus, Umwelt und Verbänden.
Im Mai 2026 wurde das Konzept in vier öffentlichen Veranstaltungen in Wutha-Farnroda, Treffurt, Amt Creuzburg und Eisenach vorgestellt. Bürgerinnen und Bürger konnten sich dort informieren und eigene Hinweise einbringen. Nach Angaben der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft war das Interesse groß, die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft fließen in die weitere Ausgestaltung der Projekte ein.
Inhaltlich setzt die Regionale Entwicklungsstrategie drei Schwerpunkte. Im Themenfeld Wirtschaft und Energie geht es unter anderem um eine abgestimmte Entwicklung von Gewerbe- und Industrieflächen sowie um den Umgang mit erneuerbaren Energien. Beim Verkehr rückt vor allem der Alltagsradverkehr in den Blick, ebenso wie die Erschließung von Wirtschaftsstandorten und die gemeinsame Vertretung regionaler Interessen gegenüber Straßenbaulastträgern. Im Tourismus- und Naherholungsbereich soll das Profil im Natur- und Kulturtourismus geschärft werden – mit einem Schwerpunkt auf Wander- und Aktivangeboten in den Hörselbergen, im Umfeld des Nationalparks Hainich und entlang der Werra.
Die Strategie benennt sogenannte Schlüssel- und Starterprojekte, die als erste in die Umsetzung gehen und als Grundlage für Förderanträge dienen. Mit der Fertigstellung beginnt nun die Umsetzungsphase: Bereits im dritten Quartal 2026 sollen weitere Projekte angestoßen und laufende Vorhaben gezielt unterstützt werden.
Zu den ersten Vorhaben gehört das bereits laufende GRW-Förderprojekt „Premiumwanderrevier Sagenhafte Hörselberge“. Es soll die Natur- und Kulturlandschaft der Hörselberge touristisch weiter aufwerten und bis Ende 2027 abgeschlossen werden. Vorgesehen sind unter anderem eine qualitative Neuordnung und Ertüchtigung des Wegenetzes, neue Themenrouten sowie eine bessere Ausstattung der Wege. Für Wandernde und Ausflügler in der Region sollen damit in den kommenden Jahren konkrete Veränderungen sichtbar werden.
Parallel dazu werden erste Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur für das Wasserwandern auf der Werra vorbereitet. Geplant sind unter anderem Aufwertungen an Ein- und Ausstiegsstellen, zusätzliche oder modernisierte Rastmöglichkeiten sowie eine verbesserte Besucherinformation. Ziel ist eine erlebnisorientierte Wasserwanderstrecke zwischen Wartha-Göringen und Großburschla, die zugleich naturschutzfachliche Anforderungen berücksichtigt.
Die Regionale Entwicklungsstrategie versteht sich als Startpunkt eines langfristigen Prozesses. Kommunen, Vereine, Unternehmen und Initiativen sollen gemeinsam Projekte entwickeln, die zur regionalen Wertschöpfung beitragen, Fachkräfte binden und die Lebensqualität vor Ort erhöhen. Bürgerinnen und Bürger, die eigene Ideen einbringen möchten oder Fragen zur Strategie haben, können sich per E-Mail an das Amt für Kreisplanung und Regionalentwicklung des Wartburgkreises wenden.
Quelle: Pressemitteilung vom 21.07.2026
Veröffentlicht am 21.07.2026 14:41 von Christian Wolf, Redakteur
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