12.05.2026 👎1

Regionalplan: Streit um neue Windvorranggebiete bei Eisenach

Im nördlichen Wartburgkreis und rund um Eisenach könnten in den kommenden Jahren deutlich mehr und deutlich höhere Windräder entstehen. Grundlage dafür ist der 2. Entwurf des Regionalplans Südwestthüringen, für den die öffentliche Beteiligung vom 18. Mai bis 20. Juli 2026 läuft. Vor allem die vorgesehenen erweiterten Windvorranggebiete in der Region stoßen auf Kritik, weil sie das Landschaftsbild und die Sichtachsen zur Wartburg dauerhaft verändern könnten.

Der Regionalplan regelt zentrale Fragen der räumlichen Entwicklung in Südwestthüringen – von Siedlungs- und Verkehrsstruktur über Versorgungsinfrastruktur und Hochwasserschutz bis hin zur Ausweisung von Vorranggebieten für Windenergie. Nach Angaben der Stadt Eisenach ist insbesondere der nördliche Wartburgkreis von den geplanten Erweiterungen betroffen. Dort ist mit einer Vielzahl neuer Anlagen zu rechnen, die etwa doppelt so hoch wären wie die bereits vorhandenen Windräder.

Die Unterlagen zum 2. Entwurf stehen vom 18. Mai bis 20. Juli 2026 online zur kostenlosen Einsicht bereit. Sie sind über das offizielle Portal der Regionalplanung Thüringen im Bereich Südwestthüringen abrufbar. Zusätzlich liegen die Planunterlagen in Auslegungsstellen vor Ort aus, unter anderem im Landratsamt Wartburgkreis am Standort Bad Salzungen während der jeweiligen Öffnungszeiten.

Während der Auslegungsfrist können Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Unternehmen und Kommunen Stellungnahmen abgeben. Möglich ist dies elektronisch per E-Mail an regionalplan2026-suedwest@tlvwa.thueringen.de, postalisch oder persönlich zur Niederschrift vor Ort. Entscheidend ist, dass die Beiträge bis spätestens 20. Juli 2026 eingehen; verspätete Eingaben können bei der abschließenden Beschlussfassung unberücksichtigt bleiben.

Mit ihren Rückmeldungen können Beteiligte Einfluss darauf nehmen, wie die Region sich künftig entwickelt. Stellungnahmen können sich etwa auf die Abgrenzung und Größe von Windenergie-Vorranggebieten, auf Freiraum- und Hochwasserschutzmaßnahmen oder auf den Schutz von Kulturerbe-Standorten beziehen. Gerade im Raum Eisenach steht dabei die Frage im Raum, wie sich zusätzliche und höhere Windenergieanlagen auf das Stadtbild und die Blickbeziehungen zur Wartburg auswirken.

Alle eingereichten Stellungnahmen werden von der Regionalen Planungsgemeinschaft Südwestthüringen erfasst und mit einer Eingangsbestätigung versehen. Der Planungsverbund wertet die Beiträge aus und bezieht sie in die abschließende Abwägung zum Regionalplan ein. Die Stadt Eisenach kündigt an, eine eigene Stellungnahme zum Entwurf vorzulegen.

Parallel zur Regionalplanung laufen in der Region weitere strategische Prozesse zur künftigen Entwicklung von Wirtschaft, Energie und Freiraum. So arbeitet der nördliche Wartburgkreis gemeinsam mit Eisenach und Umlandkommunen an einer Regionalen Entwicklungsstrategie, in der unter anderem Flächen für Wirtschaft und erneuerbare Energien betrachtet werden. Für viele Anwohnerinnen und Anwohner ist die aktuelle Beteiligungsphase zum Regionalplan eine der wenigen Gelegenheiten, ihre Sicht auf diese Weichenstellungen direkt einzubringen.

Weitere Informationen und die vollständigen Planunterlagen sind über das Online-Portal der Regionalplanung Thüringen im Bereich Südwestthüringen abrufbar.

Quelle: Pressemitteilung vom 12.05.2026
Veröffentlicht am von , Redakteur

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