Stabilität trotz Strukturwandel: Opel Eisenach setzt Zeichen in Thüringens Autoindustrie
Das Opel-Werk in Eisenach hebt sich trotz anhaltender Herausforderungen in der Thüringer Automobilindustrie durch stabile Beschäftigtenzahlen und zukunftsweisende Produktion hervor. Zu diesem Ergebnis kommt eine Mitteilung des Unternehmens, laut der insbesondere die Einführung des neuen SUV-Modells Grandland zur positiven Entwicklung beiträgt.
Nach Angaben eines Unternehmenssprechers läuft die Produktion in Eisenach seit Investitionen von rund 130 Millionen Euro stabil. Im Werk werde der neue Opel Grandland produziert, der seit Ende Januar 2025 ausschließlich in Eisenach vom Band läuft. Dieses Modell sei laut Opel das Flaggschiff des Herstellers und werde in mehreren Antriebsvarianten, einschließlich Hybrid und Elektro, gefertigt. Dafür wurde speziell ein sogenannter Battery Shop eingerichtet, der die Montage von Batterien aus einzelnen Zellen innerhalb der Fabrik ermöglicht.
Beschäftigungszahlen im Werk hätten sich laut Unternehmensangaben leicht erhöht. Die Zahl der Vollzeitstellen sei mit 1.150 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Gefertigt werde weiterhin im Zwei-Schicht-Betrieb.
Demgegenüber steht die Thüringer Automobil- und Zulieferindustrie weiterhin vor erheblichen Schwierigkeiten. Das Wirtschaftsministerium des Landes weist darauf hin, dass die Branche im Zuge des Strukturwandels hin zur Elektromobilität mit einem deutlichen Rückgang bei den Beschäftigtenzahlen konfrontiert ist. So habe sich demnach die Zahl der Angestellten im Zulieferbereich um etwa ein Fünftel reduziert. Insolvenzen und Standortschließungen belasten die Region zusätzlich, obwohl der Automobil- und Zuliefersektor mit einem Jahresumsatz von knapp vier Milliarden Euro zu den wichtigsten Industriezweigen Thüringens zählt.
Opel ist seit 35 Jahren mit einem eigenen Werk in Eisenach vertreten und blickt damit auf eine mittlerweile mehr als 120-jährige Tradition des Automobilbaus in der Stadt zurück. Die Montage der ersten Autos des Herstellers begann direkt nach der deutschen Wiedervereinigung. Im Verlauf der 1990er Jahre entwickelte sich Opel zu einem der bedeutendsten Industriearbeitgeber in Thüringen.
Während die aktuellen Entwicklungen im Werk Eisenach als positives Signal bewertet werden, bleibt die Lage im Zulieferbereich nach Einschätzung des Wirtschaftsministeriums weiterhin angespannt.
Quelle: Pressemitteilung vom 5.7.2025
Veröffentlicht am 17.07.2025 08:16 von Marcus Schütz, Fachredakteur
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