Stadtfeuerwehrtag in Madelungen: 88 Stunden Ehrenamt pro Kopf
Beim Stadtfeuerwehrtag im Eisenacher Ortsteil Madelungen haben die Freiwilligen Feuerwehren am Samstag, 11. Juli 2026, ihre Jahresbilanz gezogen und zahlreiche Ehrungen vorgenommen. Im Festzelt am Teich – eingebettet in das Jubiläumsfest „950 Jahre Madelungen“ – würdigten Oberbürgermeister Christoph Ihling und Feuerwehrführungskräfte den Einsatz der Ehrenamtlichen. Im Mittelpunkt standen die hohe Zahl an Einsatz- und Ausbildungsstunden sowie die Rolle der Jugendfeuerwehren.
Oberbürgermeister Christoph Ihling hob in seinem Grußwort die Bedeutung der Freiwilligen Wehren für die Stadt hervor. Die Einsatzkräfte retteten Menschen, sicherten Veranstaltungen ab und investierten einen großen Teil ihrer Freizeit in Ausbildung und Jugendarbeit, betonte er. Ohne dieses Engagement wäre die Feuerwehrarbeit in Eisenach in der bestehenden Form nicht leistbar.
Fachdienstleiter Feuerwehr Markus Weigelt machte deutlich, dass die Freiwilligen Wehren das Rückgrat der Feuerwehr Eisenach bilden. Im Stadtgebiet sind aktuell sieben Freiwillige Feuerwehren aktiv, in denen 187 Kameradinnen und Kameraden Dienst tun. Dem gegenüber stehen 48 Beschäftigte der Berufsfeuerwehr. Besonders sichtbar sei das Ehrenamt in der Jugendförderung: Rund 5100 Stunden pro Jahr fließen allein in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Für das Jahr 2025 verzeichnete die Feuerwehr Eisenach insgesamt 1087 Einsätze. Die dafür aufgewendete Zeit summiert sich auf 7888 Einsatzstunden, ein Großteil davon entfällt auf die Freiwilligen. Hinzu kommen im Schnitt weitere 7500 Stunden für Aus- und Fortbildung sowie rund 1000 Stunden für Brandsicherheitswachen, die ebenfalls überwiegend ehrenamtlich geleistet werden.
„Damit leistet jede Einsatzkraft durchschnittlich 88 Stunden im Jahr unentgeltliche Arbeit“, fasste Markus Weigelt zusammen. Um die Motivation hochzuhalten, setzt die Feuerwehr auf gemeinsame Übungen, Ausbildungen und Veranstaltungen aller Orts- und Stadtteilfeuerwehren. Gleichzeitig sieht Weigelt Verbesserungsbedarf bei den Rahmenbedingungen der Jugendfeuerwehren, um den Nachwuchs langfristig zu binden.
Der Stadtfeuerwehrtag bot auch den Rahmen für eine Reihe von Ernennungen. Zu Zugführern wurden Alexander Scholz, Tobias Heß und René Fichtel bestellt. Als Verbandsführer übernehmen künftig René Reinhardt, Andreas Herter, Florian Suck, Pascal Felsberg, Tobias Margraf und Christian Arnold zusätzliche Verantwortung.
Mehrere langjährige Ehrenamtliche wurden mit staatlichen und verbandlichen Auszeichnungen geehrt. Der Freistaat Thüringen verlieh Constanze Wuth und Josephine Meier für zehn Jahre Engagement die Brandschutzmedaille in Bronze. Für 25 Jahre aktiven Dienst erhielten Sebastian Reinhardt, Juliane Wiegand und Stefan Bendrich die Brandschutzmedaille in Silber. Eric Döring und Volker Brandau wurden für 40 Jahre treue Dienste mit der Medaille in Gold ausgezeichnet.
Eine besondere Würdigung ging an Jens Reinhardt aus Madelungen: Brandamtsrat Andreas Gertler vom Thüringer Feuerwehrverband überreichte ihm die Ehrenmedaille des Verbandes. Die Auszeichnungen unterstreichen, wie stark die Feuerwehr in den Ortsteilen verwurzelt ist und wie viele Stunden über Jahre hinweg in Ausbildung, Einsätze und Nachwuchsarbeit fließen.
Die Zahlen aus der Jahresbilanz zeigen, dass die Belastung für die Einsatzkräfte hoch bleibt. Gleichzeitig machen sie deutlich, wie stark sich die Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet einbringen – von der technischen Hilfeleistung über Brandeinsätze bis hin zu Jugendarbeit und Brandschutzerziehung. Der Stadtfeuerwehrtag in Madelungen setzte dafür ein sichtbares Zeichen der Anerkennung.
Ein ausführlicher Blick auf die Einsatzzahlen und Schwerpunkte der Feuerwehrarbeit im vergangenen Jahr findet sich im Bericht „Eisenacher Feuerwehr zieht Bilanz: 92 Menschen im Jahr 2025 gerettet“.
Quelle: Pressemitteilung vom 14.07.2026
Bild: ©Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am 14.07.2026 12:00 von Marcus Schütz, Fachredakteur
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