ThSV Eisenach scheidet nach 33:36 in Emsdetten aus dem DHB-Pokal aus
Der ThSV Eisenach ist in der 2. Runde des DHB-Pokals ausgeschieden. Beim Zweitligisten TV Emsdetten unterlag der Bundesligist am 24. September 2026 mit 33:36 (15:16). Vor 1.699 Zuschauern in der Ems-Halle fehlten den Wartburgstädtern in der entscheidenden Phase Klarheit im Angriff, Stabilität in der Abwehr und Nervenstärke vom Siebenmeterstrich.
Nur wenige Tage nach der knappen 27:28-Heimniederlage gegen den THW Kiel blieb Eisenach deutlich hinter der eigenen Leistung zurück. Trainer Sebastian Hinze sprach von fehlender Stressresistenz und mangelnder Klarheit auf dem Spielfeld. Emsdettens Coach Lennart Lingener hob dagegen die große Bereitschaft und den Mut seiner Mannschaft hervor, die sich in einen regelrechten Lauf spielte.
Spielentscheidend war die Phase zwischen der 36. und 43. Minute. Nach dem 18:19 durch Felix Aellen drehte Emsdetten die Partie mit einem 7:1-Lauf zum 25:20. Die Eisenacher liefen sich immer wieder in der kompakten Abwehr der Gastgeber fest, produzierten technische Fehler und verloren das Tempospiel. Insgesamt wurden 13 technische Fehler notiert.
Im Torhüterduell stach Emsdettens Keeper Oliver Krechel heraus. Er parierte 11 Würfe, darunter drei Siebenmeter – zweimal gegen Felix Aellen, einmal gegen Oskar Joelsson – und wurde zum „Man of the Match“. Auf Eisenacher Seite kamen Mats Gruppe (9 Paraden) und Matija Spikic (5 Paraden) ebenfalls zusammen auf 14 gehaltene Bälle, konnten aber die entscheidenden Momente nicht für sich entscheiden. In der Schlussphase wehrte zudem Paul Dreyer noch einen Strafwurf von Felix Montebovi ab.
Im Angriff waren für den ThSV vor allem Linksaußen Felix Montebovi mit 7 Treffern (davon 1 Siebenmeter) sowie Kreisläufer Peter Walz mit 6 Toren die auffälligsten Spieler. Rückraumspieler Felix Aellen traf 6-mal, ebenso wie Rechtsaußen Gian Attenhofer mit 5 Toren bei 6 Versuchen. Stephan Seitz blieb bei 3 Treffern aus 3 Würfen ohne Fehlversuch, sah sich aber ab Mitte der ersten Halbzeit bei jedem Ballkontakt einem gellenden Pfeifkonzert der Emsdettener Fans ausgesetzt.
Die Anfangsphase verlief noch offen. Nach 9 Minuten stand es 6:6, Eisenach kam über konsequent vorgetragene Angriffe über die Außenpositionen und den Kreis zu guten Abschlüssen. Montebovi und Walz nutzten die sich bietenden Räume, Attenhofer traf im Doppelpack zum 8:10 (16. Minute). In Überzahl vergab Aellen jedoch einen Siebenmeter, Emsdetten glich zum 10:10 aus und ging bis zur Pause mit 16:15 in Führung.
Auch ein früher Platzverweis gegen Emsdettens Robin Jansen nach grobem Foulspiel in der 19. Minute brachte den Erstligisten nicht dauerhaft in Vorteil. Die Gastgeber kompensierten den Ausfall und setzten weiter auf intensive Eins-gegen-eins-Duelle mit viel Körperlichkeit. Die Schiedsrichter Marvin Cesnik und Jonas Konrad kamen mit nur drei Zeitstrafen aus (eine gegen Emsdetten, zwei gegen Eisenach).
Nach dem Seitenwechsel schien Eisenach zunächst besser in die Spur zu finden. Elias Scholtes traf aus dem rechten Rückraum zum 17:18 (34.), Aellen stellte auf 18:19 (36.). Dann folgte der Bruch im Spiel: Fehlwürfe, technische Fehler und eine nun deutlich aggressivere Emsdettener Deckung sorgten dafür, dass die Hausherren sich Tor um Tor absetzten. Schlagwürfe über die Mitte und schnelle Abschlüsse brachten Emsdetten bis zur 48. Minute auf 29:22 nach vorn.
Hinze versuchte mit zwei Auszeiten (43. und 46. Minute) und der Einwechslung von Spikic gegenzusteuern, doch der Rückstand blieb deutlich. Zwar verkürzten Walz, Aellen und Dominik Solak in der Schlussphase noch zum 36:33-Endstand, mehr als Ergebniskosmetik war aber nicht mehr möglich. Beim Stand von 32:26 in der 53. Minute war die Entscheidung praktisch gefallen.
In den Stimmen nach dem Spiel überwog Selbstkritik. Kreisläufer Tillman Leu sprach von fehlender Druckresistenz, gerade in kleineren, engen Hallen wie in Emsdetten. Aellen bemängelte, dass in Angriff und Abwehr jeweils „ein bis zwei Prozent“ gefehlt hätten und das Vertrauen in den Nebenmann nachgelassen habe. Rechtsaußen Attenhofer betonte, dass Emsdetten als Zweitligist keineswegs eine „Hobby-Truppe“ sei und Eisenach es nicht geschafft habe, die Halle frühzeitig ruhig zu spielen.
Die Statistik unterstreicht die verpasste Chance: Während Emsdetten seinen einzigen Siebenmeter verwandelte, traf Eisenach nur einmal bei fünf Versuchen vom Strich. Bei den Zeitstrafen lag der ThSV mit zwei Hinausstellungen leicht vorn, ohne dass dies spielentscheidend gewesen wäre.
Für Eisenach bleibt nach dem Pokal-Aus kaum Zeit zur Aufarbeitung. Bereits am Montag, 28.09.2026, steht das nächste Punktspiel in der Handball-Bundesliga an. Anwurf beim HC Erlangen ist um 19.30 Uhr. Dort geht es darum, die Lehren aus dem Auftritt in Emsdetten schnell auf die Liga zu übertragen und wieder an die starke Leistung aus dem Kiel-Spiel anzuknüpfen.
Statistik
TV Emsdetten – ThSV Eisenach 36:33 (16:15)
TV Emsdetten: Krechel (11 Paraden), Dreyer (ab 55./3 Paraden); Meuser (4), Terhaer (3/1), Budelmann (5), Träger (2), Beekmann, Gorspishin (1), Dörtelmann, Hasenkamp (4), Jansen, Tobeler (8), Timm (1), Kluwe (5), Damböck (3)
ThSV Eisenach: Gruppe (9 Paraden), Spikic (ab 42./5 Paraden); Joelsson (1), Scholtes (2), Capric, Attenhofer (5), Walz (6), More, Ende, Aellen (6), Solak (1), Antonijevic, Seitz (3), Kurch, Montebovi (7/1), Leu (2)
Siebenmeter: TV Emsdetten 1/1 – ThSV Eisenach 1/5
Zeitstrafen: TV Emsdetten 1 x 2 Min. – ThSV Eisenach 2 x 2 Min.
Schiedsrichter: Cesnik/Konrad
Zuschauer: 1.699
Quelle: Pressemitteilung vom 24.09.2026
Veröffentlicht am 24.09.2026 13:55 von Christian Wolf, Redakteur
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