ThSV Eisenach verabschiedet fünf Leistungsträger nach Saisonfinale
Mit einem emotionalen Abschluss hat der ThSV Eisenach am 7. Juni 2026 nach dem letzten Saisonspiel fünf prägende Spieler verabschiedet. In der Werner-Aßmann-Halle erhielten Rückraumspieler Max Beneke und Alexander Saul, die Linksaußen Timothy Reichmuth und Vincent Büchner sowie Abwehrchef Philipp Meyer minutenlangen Applaus. Sportlicher Leiter Maik Nowak und Hallensprecher Jürgen Hausburg dankten den Profis für ihren Einsatz, mehrere Spieler kämpften bei ihren Abschiedsworten mit den Tränen.
Für Max Beneke endet damit ein kurzes, aber wirkungsvolles Kapitel in Eisenach. Der 23-jährige Linkshänder war kurz vor Saisonstart auf Leihbasis von den Füchsen Berlin gekommen und brachte es in 21 Pflichtspielen auf 52 Treffer. Wegen einer Ellenbogenverletzung musste er zuletzt pausieren. Beneke wechselt nun zu Frisch Auf! Göppingen, wo er einen Vertrag bis 2030 unterschrieben hat.
Linksaußen Vincent Büchner blickt auf eine Saison zurück, die sportlich besser lief als erwartet. Der 27-Jährige, der im Sommer von der TSV Hannover-Burgdorf nach Eisenach gewechselt war, avancierte mit seinen vielen Ballgewinnen zu einem der auffälligsten Defensivspieler der Liga. In allen 35 Saisonspielen stand er für den ThSV auf dem Feld und erzielte 103 Pflichtspieltreffer. Seine Leistungen brachten ihm ein Angebot des THW Kiel ein, das er annahm – und das Debüt in der deutschen Nationalmannschaft. In der kommenden Saison wird Büchner im Trikot der Kieler nach Eisenach zurückkehren.
Auch für Timothy „Timmy“ Reichmuth war die Verabschiedung ein Einschnitt. Der Schweizer Linksaußen war 2022 vom HSC Suhr Aarau nach Eisenach gekommen und feierte gleich in seiner ersten Saison den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Auf ihn war sportlich Verlass, auch wenn er selten im Rampenlicht stand. Besonders hervorgehoben wurde sein Engagement im Nachwuchsbereich: Reichmuth unterstützte regelmäßig Trainingseinheiten der E-Jugend. Für den ThSV bestritt er 148 Pflichtspiele und traf 124 Mal. Zur neuen Saison kehrt er zu seinem früheren Club HSC Suhr Aarau in die Schweiz zurück.
Als besonders schmerzlichen Verlust bezeichnete der Verein den Abschied von Abwehrchef Philipp Meyer. Der 2-Meter-Mann war 2022 von den Rimpar Wölfen (heute Würzburg) nach Eisenach gewechselt und stieg mit dem Team in die 1. Bundesliga auf. In der Deckung entwickelte er sich zu einer zentralen Figur, die Angriffe des Gegners früh störte und die Abwehr koordinierte. Bekannt ist Meyer zudem für seine weiten Würfe aus der eigenen Hälfte ins leere Tor, die in der Werner-Aßmann-Halle immer wieder für Jubel sorgten. In 136 Pflichtspielen erzielte er 105 Tore. Künftig stellt er sich beim TVB Stuttgart einer neuen sportlichen Herausforderung.
Die längste gemeinsame Geschichte verbindet den ThSV mit Alexander Saul. Der Linkshänder war 2017 vom SC Magdeburg nach Eisenach gekommen und blieb dem Verein auch nach dem Abstieg in die 3. Liga treu. Saul gehörte zu den Spielern, die den direkten Wiederaufstieg mittrugen und sich klar zum Club bekannten. Im Sommer 2020 wurde er von Trainer Markus Krauthoff-Murfuni zum Kapitän ernannt, eine Rolle, die ihn sportlich forderte und in der er oft mit sich haderte. Nach vier Spielzeiten in der 2. Liga feierte er mit der Mannschaft 2023 den Aufstieg in die Bundesliga, seine Einsatzzeiten nahmen zuletzt jedoch ab.
In der Saison 2025/2026 kam Saul auf 29 Kurzeinsätze und sieben Tore, das letzte davon im Abschiedsspiel. Neben dem Feld unterstützte er Trainer Sebastian Hinze häufig wie ein Co-Trainer. Insgesamt absolvierte Saul in neun Jahren 311 Pflichtspiele für den ThSV und erzielte 943 Treffer. Damit steht er auf Platz fünf der ewigen Einsatzliste und auf Platz vier der ewigen Torschützenliste des Vereins. Bei der Verabschiedung wurde deutlich, welchen Stellenwert er bei Mannschaft und Fans hat.
Zum Abschied waren neben den Vereinsverantwortlichen auch Vertreter des Fanprojekts in der Halle präsent, die sich bei den Spielern für ihren Einsatz bedankten. Für die Anhänger bedeutet der personelle Umbruch einen Einschnitt, viele Gesichter, die den Eisenacher Handball der vergangenen Jahre geprägt haben, werden künftig in anderen Hallen auflaufen. Gleichzeitig bleibt die Aussicht, einige von ihnen – wie Vincent Büchner mit dem THW Kiel – als Gegner wiederzusehen.
Quelle: Pressemitteilung vom 15.06.2026
Veröffentlicht am 15.06.2026 15:21 von Christian Wolf, Redakteur
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