ThSV-Linksaußen David Móré feiert Traumdebüt im DHB-Team
David Móré erlebt derzeit sportliche Höhepunkte im Akkord: Der 22-jährige Linksaußen, der im Sommer von den Rhein-Neckar Löwen zum ThSV Eisenach gewechselt ist, hat in Berlin sein Debüt für die deutsche Handballnationalmannschaft gegeben. Beim EM-Qualifikationsspiel gegen Belgien vor 12.000 Zuschauern traf er viermal ohne Fehlwurf und darf nun sogar auf einen Platz bei der Heim-WM 2027 hoffen.
Beim 42:32-Sieg der DHB-Auswahl gegen Belgien wurde Móré zur zweiten Halbzeit eingewechselt. Der Eisenacher Linksaußen nutzte seine Einsatzzeit konsequent und überzeugte mit einer Wurfquote von 100 Prozent. Bundestrainer Alfred Gislason lobte die Entwicklung des 22-Jährigen und betonte, Móré habe in Eisenach ein Umfeld gefunden, das sein Potenzial optimal zur Geltung bringe. In der laufenden Bundesligasaison liegen über 91 Prozent seiner Würfe im Tor – ein Wert, der ligaweit zur Spitzengruppe zählt.
Für den ThSV bedeutet das Debüt, dass nach einigen Jahren wieder ein aktueller deutscher Nationalspieler im Kader steht. Bereits im Vorfeld war Móré für den letzten DHB-Lehrgang des Jahres in Berlin nominiert worden, wie im Beitrag zur ersten Berufung des Linksaußen ausführlich beschrieben wurde.
Der Weg ins Nationalteam begann mit einem Anruf, den Móré beinahe weggeklickt hätte: Die Nummer von DHB-Teammanager Benjamin Chatton war ihm unbekannt. Erst als er das Gespräch annahm, wurde klar, dass es um seine Nominierung für die EM-Qualifikationsspiele gegen Belgien und die Slowakei geht. „Das war wahnsinnig schön. Ich weiß nicht, wann ich nach einem Telefonat solch ein Gefühl verspürte“, beschreibt der 22-Jährige die Minuten nach der Nachricht. Er sei im Wohnzimmer auf- und abgelaufen, um das Erlebte zu verarbeiten.
Gleich zum Start seiner Nationalmannschaftskarriere geht es um eine wichtige Turnierteilnahme. Die EM-Qualifikation ist zugleich ein Baustein auf dem Weg zur Heim-Weltmeisterschaft 2027, für die sich Móré nun berechtigte Hoffnungen machen darf. Auf seiner Position ist die Konkurrenz allerdings groß: Mit Tim Freihöfer (Füchse Berlin), Lukas Mertens (SC Magdeburg) und Rune Dahmke (THW Kiel) kämpfen gleich mehrere etablierte Linksaußen um die begrenzten Kaderplätze. „Ich probiere alles reinzuhauen, während der Tage bei der Nationalmannschaft und die nächsten zwei Monate in der Liga“, sagt Móré.
Am Sonntag steht für ihn bereits der nächste internationale Einsatz an: In Presov trifft Deutschland um 18.30 Uhr im zweiten EM-Qualifikationsspiel auf die Slowakei. Die Partie wird ab 18.30 Uhr im Sportschau-Stream übertragen, der Sender DYN steigt bereits um 18.00 Uhr in die Berichterstattung ein.
Der sportliche Aufstieg von David Móré ist eng mit Trainer Sebastian Hinze verknüpft. Dieser hatte 2022 das Traineramt bei den Rhein-Neckar Löwen übernommen und dem jungen Linksaußen früh viel Vertrauen geschenkt. Móré profitierte dort von der Zusammenarbeit mit Routinier Uwe Gensheimer, dessen Tipps er bis heute als prägend beschreibt. Nach dem Abschied von Hinze im Sommer 2025 verschlechterten sich seine Perspektiven in Mannheim jedoch, die Aussicht auf mehr Spielzeit schwand.
Mit dem Wechsel nach Eisenach zur Saison 2026/27 schloss sich der Kreis: Hinze hatte inzwischen das Traineramt beim ThSV übernommen, die Linksaußenposition wurde komplett neu besetzt und Móré entschied sich für den Schritt in die Wartburgstadt. Der Coach setzt beim Bundesligisten konsequent auf eine junge Mannschaft und tägliche Detailarbeit im Training. Davon profitiert nicht nur Móré, sondern eine ganze Reihe von Talenten im Kader.
In Eisenach fühlt sich der gebürtige Memminger nach eigenen Worten „pudelwohl“. Die handballbegeisterte Stadt und die Atmosphäre in der Werner-Aßmann-Halle geben ihm Rückenwind für die Doppelbelastung aus Bundesliga und Nationalmannschaft. Mit starken Auftritten im DHB-Trikot und konstanten Leistungen im Ligaalltag will er seine Chancen auf die Heim-WM weiter steigern.
Schon am kommenden Wochenende wartet wieder der Bundesliga-Alltag: Am Samstag, 14.11.2026, tritt der ThSV Eisenach auswärts beim Bergischen HC an. Für Móré und seine Teamkollegen geht es dort um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt – und für den Linksaußen zugleich darum, seine aktuelle Formkurve auch im Vereinstrikot zu bestätigen.
Quelle: Pressemitteilung vom 07.11.2026
Veröffentlicht am 07.11.2026 12:58 von Christian Wolf, Redakteur
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