Eisenacher Gurken-Magnolie wird zu Deutschlands Rekordbaum gekürt
Im Eisenacher Stadtpark erhält ein Baum mit Seltenheitswert eine besondere Ehrung: Die dort stehende Gurken-Magnolie wird am Sonnabend, 25. April, offiziell als „Rekordbaum – Champion Trees in Deutschland“ ausgezeichnet. Der Baum steht oberhalb der Wartburgallee am oberen Rand der Hangwiese und gehört zu den ältesten und größten Exemplaren seiner Art in Deutschland. Zur Auszeichnung laden die Deutsche Dendrologische Gesellschaft, das Deutsche Arboretum und die Stadt interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einer öffentlichen Feier mit anschließendem Spaziergang ein.
Die Eisenacher Gurken-Magnolie (Magnolia acuminata) erreicht eine Höhe von rund 25 Metern, der Kronendurchmesser liegt bei etwa 22 Metern. In 1,30 Metern Höhe misst der Stamm einen Umfang von 4,72 Metern. Nach Einschätzung der Fachleute stammt der Baum aus der Entstehungszeit des Parks und ist damit rund 190 Jahre alt. Diese Maße machen ihn zum stärksten einstämmigen Vertreter seiner Art in Deutschland.
Die Auszeichnung wird am 25. April um 11 Uhr direkt an der Gurken-Magnolie im Stadtpark vorgenommen. Vorgesehen sind Grußworte von Oberbürgermeister Christoph Ihling und Eike Jablonski, Präsident der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft. Außerdem sprechen Manfred Wessel, Fachreferent für Rekordbäume, über das Projekt „Champion Tree des Jahres“ sowie Dr. Daniel Rimbach, Gartenhistoriker und Landschaftsarchitekt, über die Gartenhistorie der Eisenacher Parkanlagen. Zwischen 12 und 12.45 Uhr folgt die eigentliche Kür mit Kurzvorstellung der Gattung, der feierlichen Enthüllung eines Schildes und einer Pause mit Selbstverpflegung.
Im Anschluss beginnt um 12.45 Uhr ein dendrologischer Spaziergang, der bis etwa 16.30 Uhr dauert. Die Route führt durch den historischen Stadtpark, weiter über den Pflugensberg und in den benachbarten Kartausgarten. Unterwegs erhalten die Teilnehmenden Informationen zur Geschichte der Anlagen und zu besonderen Bäumen entlang des Weges. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
Der Name Gurken-Magnolie geht auf die eiförmig-länglichen, anfangs grünen Früchte zurück, die kleinen Gurken ähneln. Sie sind von August bis September zu sehen und färben sich später rot. Die grünlich-gelb-orangenen Blüten erscheinen in der Regel von Ende Mai beziehungsweise Anfang Juni bis in den Juli hinein. Magnolia acuminata ist ein sommergrüner Baum, der in der Regel um die 30 Meter hoch wird und in höher gelegenen Laubmischwäldern Nordamerikas beheimatet ist.
Bei der Einstufung als Rekordbaum spielte auch ein Exemplar in Arnstadt eine Rolle. Dort steht auf dem Gelände einer Förderschule eine Gurken-Magnolie, die in ihren Maßen über der Eisenacher liegt. Fachleute der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft haben den Baum zweimal begutachtet. Er ist jedoch dreistämmig, die Stämme sind zusammengewachsen und weisen Wucherungen, Beulen und Verstärkungsholz auf, was die Bestimmung eines vergleichbaren Stammumfangs erschwert.
Die Experten kamen daher zu dem Schluss, dass die beiden Bäume nicht direkt vergleichbar sind: In Eisenach handelt es sich um eine einstämmige Gurken-Magnolie ohne Wucherungen, Reaktionsholz oder Knollen, während in Arnstadt drei Stämme seit über 100 Jahren um die Ressourcen des Standorts konkurrieren. Das Ergebnis: Beide Bäume gelten als besondere Vertreter ihrer Art und können jeweils als Deutschland-Champions bezeichnet werden. Bei der Feier im Stadtpark wird daher auch der Arnstädter Baum gewürdigt.
Treffpunkt für die Veranstaltung ist am oberen Weg entlang der Hangwiese oberhalb der Wartburgallee im Stadtpark. Der genaue Standort der Gurken-Magnolie lässt sich über die Koordinaten 50°58'25.6"N 10°19'37.9"E in gängigen Kartendiensten finden. Die Teilnahme an der Auszeichnung und am anschließenden Spaziergang ist kostenfrei, Verpflegung bringen die Teilnehmenden selbst mit.
Wer den Stadtpark und die angrenzenden Anlagen wie den Kartausgarten regelmäßig besucht, bekommt durch den Termin am 25. April die Gelegenheit, den Rekordbaum aus nächster Nähe kennenzulernen und zugleich mehr über Geschichte und Entwicklung der Eisenacher Parklandschaft zu erfahren.
Quelle: Pressemitteilung vom 14.04.2026
Fotos: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am 14.04.2026 12:07 von Christian Wolf, Redakteur


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