Großbaustelle Hörsel: Was sich zwischen Palmental und Katzenaue ändert
Zwischen Langensalzaer Straße und Kasseler Straße steht Eisenach in den kommenden Jahren vor einer der größten Umbauphasen seit Langem. Entlang der Hörsel werden Hochwasserschutzanlagen gebaut oder verstärkt, gleichzeitig entstehen neue Straßenführungen, Brücken und die Wartburgarena auf dem früheren O1-Gelände. Eine Übersicht zeigt nun, welche Maßnahmen im Abschnitt zwischen Palmental und Katzenaue konkret geplant sind, wer jeweils zuständig ist und in welchem Zeitraum gebaut werden soll.
Herzstück vieler Vorhaben ist der Hochwasserschutz im sogenannten „Maßnahmekomplex III / Innenstadt“, für den das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) verantwortlich ist. Ergänzend investieren Stadt Eisenach und Wartburgkreis in Straßenbau, Schulstandorte und die neue Multifunktionshalle. Die Karte zur Übersicht wird – entsprechend der Bezeichnungen „linkes“ und „rechtes“ Ufer – flussabwärts von Osten nach Westen gelesen.
Neue und erneuerte Brücken über die Hörsel
Im Bereich der Schlachthofbrücke ist das TLUBN Vorhabenträger. Die bestehende Brücke ist für ein sogenanntes 100-jährliches Hochwasser zu niedrig und wird daher abgerissen. Von Dezember 2026 bis Dezember 2027 entsteht an gleicher Stelle ein Neubau, der ausschließlich Fußgängerinnen, Fußgängern und Radfahrenden vorbehalten ist.
Auch an der Karolinenbrücke stehen Veränderungen an. Hier beginnen im Oktober 2026 vorbereitende Arbeiten, Ziel ist die Fertigstellung einer neuen Brücke im September 2028. Im Zuge des Projekts wird die Straße Grabental weiter nach Norden verlegt, der nördliche Knotenpunkt Grabental–Palmental–Karolinenstraße wird zu einem Kreisverkehr umgebaut. Bereits seit Juli 2026 laufen im Abschnitt Grabental–Karolinenstraße Leitungsarbeiten, die voraussichtlich bis Oktober 2026 dauern.
Ein weiterer Brückenneubau ist in der Tiefenbacher Allee vorgesehen. Zwischen Januar 2027 und Dezember 2029 realisieren TLUBN (Hochwasserschutz) und Stadt Eisenach (Straßenbau) dort ein gemeinsames Projekt. Teil davon ist eine neue Brücke für den Fuß- und Radverkehr in direkter Verlängerung der Wilhelm-Rinkens-Straße.
Hochwasserschutz an Hörsel, Mühlgraben und Michelsbach
Mehrere Abschnitte entlang der Hörsel und ihrer Nebengewässer sind ausdrücklich als Hochwasserschutz-Bauvorhaben ausgewiesen. Im Bereich „Palmental rechts“ liegt die Verantwortung beim TLUBN, konkrete Termine für Ausführungsplanung, Ausschreibung, Vergabe und Bauausführung stehen dort noch nicht fest.
Zwischen Naumann-Brücke und Heinrich-Ehrhardt-Platz ist der Abschnitt „BA3.2“ geplant, ebenfalls unter Federführung des TLUBN. Westlich der Friedrich-Naumann-Straße soll bis zur Bildungseinrichtung SBH am Heinrich-Ehrhardt-Platz eine Hochwasserschutzwand entstehen. Auch hier sind Planungs- und Bauzeiten noch offen.
In der Amrastraße läuft seit Februar 2026 die Baumaßnahme „BA3.1“. Dabei handelt es sich um Hochwasserschutzarbeiten, die bis März 2027 abgeschlossen sein sollen. In Katzenaue – auf beiden Uferseiten – baut das TLUBN unter anderem Hochwasserschutzwände. Die Stadt plant in diesem Zusammenhang, den Parkplatz am Sportpark neu zu gestalten. Für beide Vorhaben gibt es noch keine terminierten Schritte für Ausführungsplanung, Ausschreibung, Vergabe und Bau.
Weitere Projekte betreffen den „Oberen Mühlgraben“ nahe der Herrenmühlenstraße sowie den Michelsbach im Bereich seiner Einmündung in die Hörsel unterhalb der Kasseler Straße. In beiden Fällen ist das TLUBN zuständig, die weiteren Planungsschritte sind noch nicht terminiert.
Straßenbau und neue Radverbindungen
Parallel zum Hochwasserschutz wird an der Verkehrsinfrastruktur gearbeitet. Ein zentrales Projekt ist die nördliche Tangente des EA-Radsterns, die Stadt Eisenach und Wartburgkreis gemeinsam realisieren. Die Verbindung führt vom Zentralen Busbahnhof über Karolinenstraße und Ziegelfeld bis nach Hötzelsroda und Stockhausen. Der Bau ist von März 2027 bis Dezember 2028 angesetzt.
In der Willy-Enders-Straße ist die Stadt Eisenach Vorhabenträgerin. 2026 läuft die Ausführungsplanung, die Ausschreibung ist für Dezember 2026 vorgesehen, die Vergabe für Februar 2027. Gebaut werden soll anschließend von März 2027 bis Dezember 2028.
Für den Bereich Grabental links und rechts sind weitere Arbeiten des TLUBN vorgesehen. Auch hier sind Ausführungsplanung, Ausschreibung, Vergabe und Bauausführung bislang ohne Termin. In der Tiefenbacher Allee ist – neben dem Brückenneubau – eine umfassende Umgestaltung der Straße vorgesehen, die bis Ende 2029 dauern soll.
Nach Abschluss der Hochwasserschutzmaßnahmen in diesem Abschnitt ist von April 2029 bis August 2029 die grundhafte Erneuerung des Parkplatzes an der Wilhelm-Rinkens-Straße geplant. Vorhabenträger ist hier die Stadt Eisenach.
Schulen und Wartburgarena im Palmental
Der Wartburgkreis investiert im Palmental in die Erweiterung des Berufsschulzentrums. Die alte Sporthalle ist bereits abgerissen. Der Rohbau des neuen Gebäudeteils soll bis Oktober 2027 stehen, anschließend folgt der Innenausbau. Die Einweihung ist für August 2028 vorgesehen.
Direkt auf dem Gelände des früheren Automobilwerks entsteht parallel die Wartburgarena als Multifunktionshalle O1. Vorhabenträgerin ist die Stadt Eisenach. Das Bauvorhaben läuft seit Januar 2026 und soll voraussichtlich bis August 2029 dauern. Die Halle ist als neuer Standort für Sport- und Kulturveranstaltungen mit mehreren tausend Plätzen geplant und Teil der städtebaulichen Neuordnung des Areals.
Im Palmental selbst plant die Stadt zudem einen zweiten Bauabschnitt im Anschluss an die bereits fertiggestellte Fahrradstraße. Auch hier stehen Ausführungsplanung, Ausschreibung, Vergabe und Bauausführung noch ohne konkreten Termin.
Was für Anwohnende und Pendelnde wichtig ist
Viele der genannten Projekte greifen zeitlich ineinander. Schon jetzt laufen Leitungsarbeiten im Grabental, ab Ende 2026 folgen Brückenbaustellen an Schlachthofbrücke und Karolinenbrücke, ab 2027 kommen größere Maßnahmen in Tiefenbacher Allee, Willy-Enders-Straße und am EA-Radstern hinzu. Für Anwohnende, Schülerinnen und Schüler sowie Pendelnde bedeutet das in den nächsten Jahren wiederkehrende Sperrungen, Umleitungen und veränderte Wegeführungen – zugleich werden Hochwasserschutz, Verkehrswege und Bildungsstandorte langfristig auf einen neuen Stand gebracht.
Ausführliche Informationen zu den Hochwasserschutzprojekten entlang der Hörsel, den einzelnen Bauabschnitten und Planungsständen stellt das TLUBN online zur Verfügung: Hochwasserschutz Hörsel Eisenach.
Quelle: Pressemitteilung vom 12.10.2026
Abbildung: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am 12.10.2026 14:54 von Christian Wolf, Redakteur
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