Schlachthof Eisenach: Stadt bestätigt Konzertstopp wegen Brandschutz
Im Schlachthof Eisenach in der Langensalzaer Straße dürfen bis auf Weiteres keine öffentlichen Veranstaltungen stattfinden, weil Brandschutzauflagen nicht erfüllt sind. Das hat die Stadtverwaltung am 4. November 2026 mitgeteilt. Damit ist erstmals offiziell, was hinter der Absage aller Konzerte steht, die der Trägerverein Bühne Schlachthof Eisenach (BSE) Anfang Oktober bekannt gegeben hatte. Der Verein hatte damals nur von „aktuellen verwaltungstechnischen Entwicklungen“ gesprochen.
Nach Angaben der Stadt gab es mehrere Gespräche mit dem gemeinnützigen Verein und dem privaten Eigentümer des Gebäudes. Die Verwaltung habe die Fristen für die Umsetzung der Auflagen wiederholt verschoben und die Auflagen intern noch einmal geprüft. Abstriche bei der Sicherheit der Besucherinnen und Besucher seien danach nicht möglich. Welche Auflagen im Einzelnen offen sind, nennt die Stadt nicht.
Ingo Wachtmeister, hauptamtlicher Beigeordneter und in der Stadtverwaltung für Kultur zuständig, dankt dem Verein für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement. Eine Heimstatt für Rock- und Metalkonzerte in Eisenach sei ihm wichtig. „An gesetzlichen Vorschriften des Brandschutzes kommt niemand vorbei, denn es geht um die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher“, sagt Wachtmeister. Bei einem Brand könnten viele Menschen schwer verletzt oder sogar getötet werden.
Kleiner Saal: Bauaufsicht braucht prüffähige Unterlagen
Im Gespräch ist der Vorschlag, zumindest den vorderen kleinen Saal weiter für Konzerte zu nutzen. Dazu kann sich die Bauaufsicht nach Angaben der Stadt erst äußern, wenn prüffähige Unterlagen vorliegen.
Grundsätzlich verweist die Stadt auf die Verantwortung von Veranstaltern und Eigentümern. Sie müssen für die Verkehrssicherheit sorgen, unabhängig davon, ob Behörden eine Gefahrenverhütungsschau durchführen. Bei dieser Kontrolle wird geprüft, ob es Brand- oder andere Gefahrenquellen gibt und ob sicherheitsrelevante Auflagen eingehalten werden. Die Sorgfaltspflicht der Betreiber ersetzt sie nicht.
Kein städtisches Geld für den Brandschutz
Eine finanzielle Beteiligung an Brandschutzmaßnahmen schließt die Stadt aus. „Wir als Stadt können nicht in Immobilien investieren, die uns nicht gehören“, sagt Wachtmeister. Wie Verein und Eigentümer vertraglich verbunden sind, weiß die Verwaltung nach eigenen Angaben nicht. Üblich seien Miet- oder Erbbauverträge mit langer Laufzeit, mit denen Vereine ihre Investitionen in fremde Gebäude absichern. Sucht der Verein nach anderen Räumen, bietet die Stadt ihre Unterstützung an.
Zweite Brandschutz-Krise in diesem Jahr
Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass der Brandschutz den Schlachthof ausbremst. Anfang 2026 musste der Verein die Brandmeldeanlage komplett erneuern, sonst hätte ab dem 28. Februar ein Veranstaltungsverbot gegolten. Ein Spendenaufruf brachte 10.870 Euro von 209 Spenderinnen und Spendern ein, gebraucht wurden 8.000 Euro. Danach liefen wieder Konzerte, das bislang letzte im September.
Die Folgen zeigen sich im Veranstaltungskalender. Der für den 6. Februar 2027 angekündigte Kilminister-Abend ist beispielsweise abgesagt. Beim Eisenacher Kulturherbst am 13. und 14. November, bei dem der Schlachthof in den Vorjahren Ort der Abschlussparty war, gehört er nicht mehr zu den Spielorten.
Der Verein BSE betreibt den Schlachthof seit 2005 mit rund 40 Mitgliedern, fast alles läuft ehrenamtlich. Auf dem Programm standen vor allem Rock, Metal, Folkrock und Tributebands. Seit September 2024 hatten wir dort 37 Termine im Kalender. Mehr zum Veranstaltungsort steht im Porträt des Schlachthofs Eisenach.
Quelle: Pressemitteilung der Stadt Eisenach vom 4.11.2026
Foto: Florian Wolf/onblur.media GmbH
Veröffentlicht am 04.11.2026 12:25 von Christian Wolf, Redakteur
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