ThSV Eisenach II steigt nach Torfestival gegen Köthen aus Regionalliga ab
Der Abstieg ist besiegelt: Die zweite Männermannschaft des ThSV Eisenach muss nach nur einer Saison in der Regionalliga des Mitteldeutschen Handballverbandes zurück in die Oberliga Thüringen. Am vorletzten Spieltag der Saison 2025/2026 unterlag das Team von Spielertrainer Qendrim Alaj in der Werner-Aßmann-Halle der HG 85 Köthen mit 39:48 (17:20). Vor 333 Zuschauern, darunter Oberbürgermeister Christoph Ihling, blieb der erhoffte Sieg aus, der mit Schützenhilfe anderer Teams noch eine Minimalchance auf den Klassenerhalt offengelassen hätte.
Schon der Saisonverlauf hatte den Abstieg angedeutet. Über weite Strecken rangierte der ThSV Eisenach II auf dem letzten Tabellenplatz. Die Partie gegen Köthen war zugleich das erste Spiel in den neuen Trikots mit MHV-Logo – und das letzte Kapitel des Eisenacher Intermezzos in der 4. Liga. „Unterm Strich hat es nicht gereicht“, fasste Qendrim Alaj die Saison zusammen. Die junge Mannschaft habe in diesem Jahr jedoch viel gelernt.
Ein Blick auf die Zahlen erklärt den Tabellenstand deutlich: Nach 29 Spielen stehen 998 Gegentore zu Buche, im Schnitt 34,41 pro Partie. Dem gegenüber stehen 880 eigene Treffer (30,34 im Schnitt). Die hohe Zahl der Gegentore zog sich wie ein roter Faden durch die Saison und konnte offensiv nicht kompensiert werden. Viele Treffer der Gegner resultierten aus technischen Fehlern im eigenen Angriff, die immer wieder zu einfachen Gegenstößen einluden – so auch gegen Köthen.
Im Tor bildeten gegen Köthen Aron Büchner (22) und Lukas Mingram (18) das Duo, weil Torwarttrainer Stanislaw Gorobtschuk zeitgleich im Bundesligateam gefordert war. An den beiden lag die klare Niederlage nicht. „Leider unterliefen uns in Ballbesitz zu viele technische Fehler, wodurch wir immer wieder Gegenstoßtreffer kassierten“, bilanzierte Rückraumspieler Maarten Elwert. Der 20-jährige Linkshänder gab nach einem Kreuzbandriss mit Außen- und Innenmeniskusschaden sein Comeback und dürfte in der kommenden Saison im rechten Rückraum eine zentrale Rolle einnehmen.
Sportlich entwickelte sich gegen Köthen ein torreiches, aber einseitiges Spiel. Nur beim 1:1 durch Ole Gastrock-Mey (2. Minute) stand es unentschieden. Die Gäste nutzten die Eisenacher Ballverluste von Beginn an konsequent im Umschaltspiel und zogen schnell auf 1:5 davon. Qendrim Alaj nahm früh die Auszeit, scheiterte kurz darauf aber per Siebenmeter am 18-jährigen Gäste-Keeper Johann Schütte. Zwischenzeitlich keimte Hoffnung, als Leif Katzwinkel und Conrad Ruppert ins leere Köthener Tor trafen und auf 3:5 verkürzten.
Mit der Einwechslung von Maarten Elwert gewann der Eisenacher Angriff an Durchschlagskraft. Er verkürzte mit einem Doppelpack auf 11:13 (23. Minute). Auch beim 15:17 (Katzwinkel/27.) und 17:19 (Schlotzhauer/30.) war der Anschluss möglich, doch zur Pause lag der ThSV Eisenach II mit 17:20 zurück. Eine Vorentscheidung war damit noch nicht gefallen, doch die Abwehr fand auch nach dem Seitenwechsel keinen stabilen Zugriff.
In der zweiten Halbzeit fielen insgesamt 50 Tore. Die HG Köthen, angeführt vom torgefährlichen Yasin Noah Jaidi (13 Treffer), zog ihr kombinationssicheres Angriffsspiel auf und setzte sich Tor um Tor ab. Spielgestalter Benet Fenyö lenkte das Spiel der Gäste, die von ihrem lautstarken Anhang unterstützt wurden. Beim 21:28 (39.) war der Rückstand bereits deutlich. Ein verworfener Siebenmeter von Marec Stupka gegen den erfahrenen Torhüter Christian Kanzler passte ins Bild eines Abends, an dem für Eisenach wenig zusammenlief.
Auch personelle Wechsel brachten die Wende nicht. Qendrim Alaj stellte im Rückraum mehrfach um, unter anderem mit Jannes Rehm, Ole Gastrock-Mey und Armend Alaj. Doch die Gäste nutzten jeden Fehler, warfen unter anderem zum 22:31 (42.) ins verwaiste Eisenacher Tor. Die Abwehr des ThSV Eisenach II verlor zunehmend den Zugriff, einfache Körpertäuschungen reichten den Gästen für freie Würfe. Beim 33:43 (55.) lag Köthen mit zehn Toren vorn, am Ende stand ein 39:48 aus Eisenacher Sicht.
Positiv aus Eisenacher Sicht: Auch die jungen Spieler setzten Akzente. Der eingewechselte 17-jährige Louis Kryeziu traf dreimal und knüpfte damit an seine starke Leistung aus dem Hinspiel an. Ole Gastrock-Mey setzte mit einem Treffer den Schlusspunkt unter die torreiche zweite Halbzeit, die allein mit 28:22 an Köthen ging.
Die Partie hatte auch einen emotionalen Rahmen. Mit Ole Gastrock-Mey (Wechsel zum Northeimer HC) verlässt ein wichtiger Rückraumspieler die Mannschaft. Zudem beenden Torhüter Christian Trabert, Kreisspieler Max Schlotzhauer und Linksaußen Ardit Ukaj ihre Laufbahn. Auch Teammanager Patrick Theuvsen wurde verabschiedet. „Danke an unsere Fans, dass die Verabschiedungen in einem würdigen Rahmen erfolgen konnten“, betonte Qendrim Alaj.
Für den ThSV Eisenach II endet damit ein anspruchsvolles Jahr in der Regionalliga, in dem sich das Team immer wieder mit personellen Engpässen, hoher Fehlerquote und starker Konkurrenz auseinandersetzen musste. In der kommenden Saison geht es in der Oberliga Thüringen weiter – mit einem verjüngten Kader und der Aufgabe, die in der 4. Liga gesammelten Erfahrungen in stabile Leistungen umzusetzen.
Quelle: Pressemitteilung vom 11.05.2026
Veröffentlicht am 11.05.2026 14:07 von Christian Wolf, Redakteur
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