18.05.2026

ThSV Eisenach II verabschiedet sich mit Niederlage aus der Regionalliga

Der ThSV Eisenach II hat seine Saison in der Regionalliga des Mitteldeutschen Handballverbandes mit einer 32:36 (16:17)-Niederlage bei der SG Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz beendet. Die bereits als Absteiger feststehende Mannschaft schließt das Jahr mit 16:44 Punkten als Tabellenletzter ab und kehrt nach nur einer Spielzeit in die Oberliga Thüringen zurück. Auch der HC Glauchau-Meerane muss die 4. Liga verlassen.

Wie schon in vielen Partien zuvor zeigte sich auch in Wittenberg das Grundproblem der Eisenacher Reserve: zu viele Gegentore. Mit den 36 Treffern vom letzten Spieltag kassierte der ThSV Eisenach II in 30 Saisonspielen insgesamt 1034 Gegentore, im Schnitt 34,5 pro Partie – der höchste Wert der Liga. Offensiv erreichte das Team mit 912 erzielten Toren (30,4 im Schnitt, sechstbester Angriff) durchaus konkurrenzfähige Zahlen, doch technische Fehler und Ballverluste luden die Gegner immer wieder zu einfachen Gegenstößen ein.

In der Stadthalle Wittenberg war vor 624 Zuschauern zunächst ein offenes Spiel zu sehen. Die Gastgeber hatten den Klassenerhalt bereits sicher, wollten sich aber unbedingt mit einem Heimsieg verabschieden. Der ThSV Eisenach II erwischte eine gute Phase: Gestützt auf einen starken Stanislaw Gorobtschuk im Tor, der im ersten Abschnitt 12 Würfe parierte, und ein effizientes Angriffsspiel führte Eisenach nach 20 Minuten mit 14:11 (Torschütze Leif Katzwinkel) und nach 24 Minuten mit 16:13 (Treffer von Armend Alaj).

Dann kippte die Partie. „Danach ging unser Team zu hohes Risiko, versuchte sich mit technischen Kabinettstückchen, die misslangen“, hielt Mannschaftsbetreuer Jan Gesell fest. Zwischen der 24. und 40. Minute setzten sich die Hausherren mit einem 12:4-Lauf ab. Die Eisenacher Abwehr verlor ihre Kompaktheit, die Gastgeber kamen immer wieder über den Innenblock zu Durchbrüchen und bauten ihren Vorsprung bis zur 25:20-Führung (40. Minute) aus. Rückraumspieler Philipp Gehlert traf insgesamt neunmal für Wittenberg.

In der Auswertung des Betreuerteams tauchen 19 Technik- und Regelfehler auf, nahezu gleichmäßig auf beide Halbzeiten verteilt. „Wir hatten den Sieg in der eigenen Hand, haben ihn letztlich leichtfertig weggeworfen“, bilanzierte Torhüter Stanislaw Gorobtschuk. Rechtsaußen Marec Stupka sprach von „zu vielen Fehlern im Angriff und in der Abwehr“. Zur Pause lag der ThSV nur knapp mit 16:17 zurück, die Entscheidung fiel erst im zweiten Durchgang.

Noch einmal Hoffnung keimte beim 25:23 (43. Minute) auf, als Marec Stupka von Rechtsaußen verkürzte. „Doch wir treffen dann nicht das Tor oder servieren den Gastgebern den Ball regelrecht in die Hände“, ärgerte sich Linksaußen Leif Katzwinkel, der 2022 von der SG Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz nach Eisenach gewechselt war. In der Schlussphase fehlte dem ThSV II das Rückzugsverhalten, Gorobtschuk bekam kaum noch Unterstützung. Beide Teams versuchten sich zeitweise im Spiel 7 gegen 6, ohne den Kreis konsequent einzubinden.

Die grün-weiße Heimmannschaft brachte den Vorsprung souverän über die Zeit. Nach dem 28:23 (46. Minute) behauptete Wittenberg einen konstanten Zwei- bis Drei-Tore-Abstand. Auf Eisenacher Seite ragte Rückraumspieler Armend Alaj heraus, der wenige Tage nach seinem 31. Geburtstag neun Treffer erzielte und damit bester Werfer seines Teams war. Für den ThSV trafen außerdem Leif Katzwinkel (5), Qendrim Alaj (4/3), Ole Gastrock-Mey (3), Marec Stupka (3), Julius Brenner (2) sowie weitere Akteure. Die letzten Tore der Partie markierten Youngster Tim Nothum für Eisenach und Pascal Hernig für Wittenberg zum 36:32-Endstand.

Ein Blick auf die gesamte Saison zeigt ein klares Muster: Schon im vorletzten Heimspiel gegen die HG 85 Köthen, als mit 39:48 eine torreiche Niederlage und der Abstieg besiegelt wurden, stand die hohe Zahl der Gegentore im Mittelpunkt. Nach 29 Partien hatte der ThSV Eisenach II bereits 998 Treffer hinnehmen müssen, nun sind es 1034. Viele dieser Gegentore resultierten – wie auch in Wittenberg – aus technischen Fehlern im eigenen Angriff und unzureichendem Rückzugsverhalten.

Für den ThSV Eisenach II endet damit ein Jahr in der Regionalliga, das von einer jungen Mannschaft, personellen Engpässen und einer hohen Fehlerquote geprägt war. In der kommenden Saison geht es in der Oberliga Thüringen weiter. Dort wird es für das Team darum gehen, die Erfahrungen aus der 4. Liga zu nutzen, die Defensive zu stabilisieren und die vorhandene Offensivkraft in erfolgreichere Spiele umzusetzen.

Statistik

SG Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz: Baum, Jähnke; Pavlicek (4/2), Kwoczalla (1/1), Schulz (2), Hernig (3/1), Liehr (1), Dubro (1), Elias (5), Giese (1), Beyer (1), Kolak (4), Gehlert (9), Krömke (2), Matysiak (2)

ThSV Eisenach II: Gorobtschuk, Büchner; Brenner (2), Rehm, Rothhämel (1), Ruppert (1), Miljak (1), Schlotzhauer, Gastrock-Mey (3), Ukaj (1), A. Alaj (9), Katzwinkel (5), Q. Alaj (4/3), Nothum (1), Elwert (1), Stupka (3)

Siebenmeter: SG Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz 4/6 – ThSV Eisenach II 3/3

Zeitstrafen: SG Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz 5 x 2 Min. – ThSV Eisenach II 3 x 2 Min.

Schiedsrichter: Lippoldes/Punte

Zuschauer: 624

Ein ausführlicher Rückblick auf die Saison mit Zahlen und Stimmen zum feststehenden Abstieg des ThSV Eisenach II findet sich im Bericht zum torreichen Heimspiel gegen die HG 85 Köthen, das den sportlichen Schlusspunkt der Regionalliga-Spielzeit in der Werner-Aßmann-Halle setzte.

Quelle: Pressemitteilung vom 18.05.2026
Veröffentlicht am von , Redakteur

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