Gemeinderat prüft Zukunft des Kindergartens Marksuhl: Schloss als mögliche neue Heimat
Der Kindergartenstandort Marksuhl beschäftigt weiterhin Politik und Verwaltung der Gemeinde Gerstungen. In einer Stellungnahme am 27. November 2025 erläuterte Bürgermeister Daniel Steffan aktuelle Überlegungen zum Umbau des Kindergartens sowie die Voraussetzungen für die Modernisierung der Einrichtung. Im Mittelpunkt steht die mögliche Verlagerung in das Schloss Marksuhl – eine Option, die zuletzt vom Gemeinderat als wirtschaftlich und realistisch eingestuft wurde.
Nach Darstellung des Bürgermeisters stehen die Kindergärten der Gemeinde seit Jahren vor mehreren Herausforderungen. Dazu zählt ein im Vergleich zur Kinderzahl dichtes Netz an Einrichtungen, rückläufige Geburtenzahlen, inhaltliche Defizite sowie teilweise hohe Gebühren. Besonders im Kindergarten Marksuhl bestünden laut Steffan erhebliche bauliche Mängel. Die Gemeinde sieht sich zudem durch Haushaltszwänge in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt, wodurch größere Investitionen sorgfältig abgewogen werden müssen.
Rückblickend wurde der Zustand des Kindergartengebäudes in Marksuhl laut Steffan über Jahrzehnte vernachlässigt – eine Entwicklung, die auf priorisierte Investitionen der ehemaligen eigenständigen Gemeinde Marksuhl zugunsten eines Pflegeheims zurückzuführen sei. Nach der Eingemeindung wurde ein Planerauswahlverfahren gestartet, das zu neuen Entwürfen und Kostenannahmen führte. Die ursprünglich kalkulierten Kosten von über vier Millionen Euro hätten die Möglichkeiten der Gemeinde jedoch weit überschritten, zumal Fördermittel seit einiger Zeit nicht mehr zur Verfügung stünden.
Die aktuelle Lösung sieht vor, den Kindergarten möglicherweise in das Schloss Marksuhl zu verlegen. Die Thüringer Aufbaubank hatte diese Variante bereits in einem Gutachten als wirtschaftlich eingestuft. In einer Arbeitsgruppe mit Gemeinderatsmitgliedern, Verwaltung und Elternvertretern wurden die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vorgestellt und als prinzipiell machbar bewertet. Die Gemeinde hat eine Investitionsobergrenze von rund zwei Millionen Euro gesetzt und verfolgt diese Maßnahme weiter.
Für Zwischenlösungen und Ausweichmöglichkeiten – insbesondere während möglicher Sanierungsmaßnahmen – würden Einrichtungen in anderen Ortsteilen als Standorte in Betracht gezogen. Im Zuge der Umstrukturierung gab es laut Bürgermeister Steffan auch Gespräche mit dem Forstamt Marksuhl, das Mieter im Schloss ist. Ihm sei dabei zugesichert worden, alternative Räume im Gemeindegebiet nutzen zu können. Der Mietvertrag blieb unberührt; endgültige Beschlüsse zu Nutzung und Umbau obliegen dem Gemeinderat.
Laut Steffan arbeiten Rat, Verwaltung und Eltern gemeinsam an einer langfristigen, tragfähigen Lösung für das Kindergartennetz in Gerstungen. Ziel sei ein funktionsfähiges, kostenbewusstes und modernes Angebot für Familien und Kinder.
Quelle: Pressemitteilung vom 27.11.2025
Veröffentlicht am 27.11.2025 17:28 von Christian Wolf, Redakteur
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