19.03.2026 👍3

Stadt Eisenach prüft Bau eines Rechenzentrums bei Stockhausen – Oberbürgermeister betont Zukunftsperspektiven

In Eisenach wird derzeit die Ansiedlung eines neuen Rechenzentrums auf einer 86 Hektar großen Fläche nördlich von Stockhausen diskutiert. Oberbürgermeister Christoph Ihling spricht sich für das Projekt aus und sieht darin eine wichtige Chance für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Hintergrund ist der Rückgang von Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie, weshalb Eisenach neue Wachstumsbranchen erschließen möchte. Das geplante Blue Future Technologiegebiet soll dazu beitragen, dringend benötigte Speicherkapazitäten für cloudbasierte Dienste in Deutschland zu schaffen und die Datensicherheit zu erhöhen.

Wie Ihling betont, sei das Projekt zwar nicht mit der Bedeutung des traditionellen Automobilbaus vergleichbar, biete aber neue Perspektiven: „Auch wenn die regionale Wertschätzung mit dem Automobilbau von früher nicht vergleichbar ist, stellt sich die Stadt mit einem solchen Projekt wirtschaftlich breiter auf und schafft Perspektiven für die Zukunft.“ Der Oberbürgermeister hebt außerdem hervor, dass höchste Nachhaltigkeitsstandards eingehalten und die Anregungen der Anwohner berücksichtigt werden sollen. Nicht die gesamte Fläche wird bebaut, sondern es sind Ausgleichsmaßnahmen wie Grünflächen, Baumpflanzungen und Teiche vorgesehen.

Ein privater Flächenentwickler plant, rund eine Milliarde Euro in das Areal zu investieren und es anschließend an einen Investor zu verkaufen. Bis zu 150 Arbeitsplätze könnten im Rechenzentrum entstehen. Die Nähe zum örtlichen Umspannwerk und die vorhandene Infrastruktur gelten als Standortvorteile. Die Fläche wird derzeit noch landwirtschaftlich genutzt und umfasst mehrere Flurstücke, deren Eigentümer in individuelle Verhandlungen einbezogen werden sollen.

Die Entscheidung über das Projekt liegt letztlich beim Stadtrat. Bereits stattgefundene Einwohnerversammlungen in Stockhausen und Neukirchen boten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Bedenken zu äußern. Kritische Nachfragen betrafen unter anderem mögliche Belastungen durch Lärm oder den Wasserverbrauch für die Kühlung des Rechenzentrums. Die Stadtverwaltung betont, dass innovative Kühlmethoden und nachhaltige Lösungen zum Einsatz kommen sollen. Oberbürgermeister Ihling lädt die Bevölkerung ein, sich weiter mit dem Vorhaben auseinanderzusetzen. Eine Beschlussfassung im Stadtrat wird noch im ersten Halbjahr 2026 angestrebt.

Alle aktuellen Informationen zum geplanten Technologiegebiet sind auf der städtischen Webseite unter www.eisenach.de/blue-future abrufbar.

Quelle: Pressemitteilung vom 19.03.2026
Veröffentlicht am von , Fachredakteur

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