„Stunde der Gartenvögel“ 2026: NABU ruft in Thüringen zum Finkenzählen auf
Vom 8. bis 10. Mai 2026 lädt der NABU Thüringen zur 22. „Stunde der Gartenvögel“ ein. Auch in Eisenach und im Wartburgkreis sind Naturfreunde aufgerufen, eine Stunde lang Vögel im Garten, im Park, auf dem Balkon oder vom Fenster aus zu beobachten und zu melden. Die Aktion richtet sich ausdrücklich an alle – Vorkenntnisse in der Vogelbestimmung sind nicht nötig. Die gesammelten Daten helfen, die Entwicklung häufiger Vogelarten im Siedlungsraum zu verfolgen.
Bundesweit beteiligen sich NABU und der bayerische Landesbund für Vogel- und Naturschutz an der Aktion. Im vergangenen Jahr hatten rund 58.000 Menschen in Deutschland mitgemacht und über 1,1 Millionen Vögel gemeldet. Für Thüringen liefern die Zahlen seit Jahren eine wichtige Grundlage, um Trends bei typischen Gartenarten zu erkennen.
Finken im Fokus – Sorge wegen Krankheitserregern
In diesem Jahr richtet der NABU den Blick besonders auf Finken wie Buchfink, Gimpel und Stieglitz. „Bundesweit wurden dem NABU in den vergangenen Monaten regional wiederholt tote Buchfinken, Gimpel und Stieglitze gemeldet. Auch in Thüringen wurden uns schon tote Finken gemeldet“, sagt Marcus Orlamünder, Naturschutzreferent des NABU Thüringen. Da viele dieser Tiere an Futterstellen gefunden wurden, steht der Verdacht im Raum, dass sich erneut Trichomonaden ausbreiten – Einzeller, die bei Finken tödliche Erkrankungen auslösen können. Die Zählergebnisse sollen zeigen, ob im Vergleich zu den Vorjahren weniger Finken gemeldet werden.
Orlamünder weist darauf hin, wie wichtig Hygiene an Futterstellen ist. Futtersäulen seien offeneren Futterplätzen vorzuziehen, weil die Vögel dort nicht durch das Futter laufen und es weniger verschmutzen. Zudem empfiehlt der NABU, die Fütterung jetzt bis zum nächsten Winter einzustellen – die Tiere finden im Frühling und Sommer in der Natur ausreichend Nahrung.
Vogelfreundliche Gärten statt Dauerfütterung
Statt ganzjähriger Fütterung rät der NABU dazu, Gärten dauerhaft vogelfreundlich zu gestalten. Dazu gehören Wildobsthecken, heimische Stauden, Wildblumenwiesen, Kräuterbeete, kleine Teiche und Totholzhaufen. In solchen naturnahen Strukturen finden Vögel Nahrung, Verstecke und Brutplätze – auch in dicht bebauten Wohngebieten.
So funktioniert die „Stunde der Gartenvögel“
Die Teilnahme ist einfach: An einem beliebigen Zeitpunkt zwischen dem 8. und 10. Mai wird eine Stunde lang von einem festen Platz aus gezählt – im eigenen Garten, im nächstgelegenen Park, auf dem Balkon oder vom Fenster aus. Von jeder Vogelart wird die höchste Anzahl notiert, die im Laufe dieser Stunde gleichzeitig zu sehen oder zu hören war. Die Beobachtungen können online unter www.NABU-Thueringen.de/stunde-der-gartenvoegel oder über die kostenlose App „NABU Vogelwelt“ gemeldet werden. Meldeschluss ist der 18. Mai 2026. Unter allen Teilnehmenden werden Sachpreise verlost.
Wer sich vorab mit den häufigsten Arten vertraut machen möchte, findet auf der Internetseite des NABU Thüringen Porträts von rund 40 typischen Gartenvögeln, Vergleichshilfen für leicht zu verwechselnde Arten, einen „Vogeltrainer“ sowie den Podcast „Reingezwitschert“. Ab dem ersten Zähltag stellt der NABU dort auch Zwischenstände und erste Auswertungen bereit, die mit den Ergebnissen der Vorjahre verglichen werden können.
Angebot für Schulen und Kindergruppen
Für Kinder und Jugendliche bietet die Naturschutzjugend NAJU vom 4. bis 8. Mai die „Schulstunde der Gartenvögel“ an. Schulklassen und Gruppen können in diesem Zeitraum Vögel auf dem Schulhof, im Schulgarten oder im nahegelegenen Park beobachten und melden. So wird die Zählaktion mit Umweltbildung verbunden und junge Menschen lernen typische Arten direkt vor ihrer Haustür kennen.
Wer im Mai mitmacht, trägt dazu bei, dass sich die Entwicklung der Vogelwelt in Thüringen und darüber hinaus besser nachvollziehen lässt – und bekommt zugleich einen genaueren Blick auf das Leben in Garten und Park vor der eigenen Haustür.
Quelle: Pressemitteilung vom 06.05.2026
Foto: NABU
Veröffentlicht am 07.05.2026 06:33 von Christian Wolf, Redakteur
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