03.11.2026

ThSV-U23 verliert in Breitungen – starker Auftritt trotz 24:29 gegen Wölfe Erfurt

Die U23 des ThSV Eisenach hat ihr Oberliga-Heimspiel gegen die Wölfe Erfurt knapp aus der Hand gegeben. In der nach Breitungen verlegten Partie stand es am Sonntag lange ausgeglichen, nach einer 24:23-Führung in der 47. Minute gelang den Eisenachern jedoch kein Treffer mehr. Die Gäste aus der Landeshauptstadt nutzten ihre Chancen konsequent und setzten sich vor 150 Zuschauern im Sportzentrum Breitungen mit 29:24 (15:15) durch.

Trainer Mark Dragunski musste dabei auf gleich zwei Linkshänder verzichten: Neben dem langzeitverletzten Maarten Elwert fiel auch Marec Stupka aus. Die ausgedünnte rechte Angriffsseite prägte das Spiel – und eröffnete zugleich Chancen für andere. So rückte der 18-jährige Tim Nothum auf Rechtsaußen in den Fokus und wurde mit sechs Toren bester Werfer seiner Mannschaft.

Die Eisenacher starteten mit Santiago Rack und Leif Katzwinkel auf den Außenbahnen, Nothum und Jeffry Hippert im Rückraum, Joel Juhnke als Spielmacher, Conrad Ruppert am Kreis und Aron Büchner im Tor. Defensiv agierten Juhnke und Nothum wechselweise als vorgezogene Spitze. Erfurt setzte von Beginn an auf eine offensive Abwehr zwischen 3:3- und 5:1-Formation, suchte Ballgewinne und schnelle Abschlüsse.

Nach frühem Rückstand und Zeitstrafen arbeitete sich die junge ThSV-Sieben zurück. Beim 4:8 (15.) lagen die Gastgeber deutlich hinten, ehe personelle Umstellungen griffen: Nothum rückte fest auf Rechtsaußen, der agile Louis Kryeziu kam im Rückraum ins Spiel. Über Treffer von Nothum, Jannes Rehm und Katzwinkel verkürzte Eisenach Tor um Tor. In den letzten 83 Sekunden der ersten Halbzeit gelang ein starker Zwischenspurt – Hippert, Nothum und Katzwinkel trafen ins leere Erfurter Tor und stellten auf 15:15 zur Pause.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Erfurt brachte im Rückraum Ben Weise, Max Riedel und Max Köthe, auf Eisenacher Seite blieb die U23 mutig im Tempo. Vincent Barthel traf für die Gäste zum 16:18 (34.), doch Juhnke verwandelte zwei Siebenmeter nach Fouls an Kryeziu zum 17:18 (35.) und 18:19 (37.). Kurz darauf sah Erfurts Timm Ottleben nach seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte.

In der Schlussviertelstunde schien sich das Spiel zunächst zu Gunsten des ThSV zu drehen. Einen weiten Pass von Keeper Aron Büchner verwertete Katzwinkel per Gegenstoß zum 22:22 (44.). Hippert sorgte für das 23:22 (46.), Kryeziu legte zum 24:23 (47.) nach – die U23 hatte das Momentum auf ihrer Seite. Ein Siebenmeter von Juhnke zum möglichen Zwei-Tore-Vorsprung wurde jedoch von Erfurts Torhüter Julius Rein pariert.

Diese Szene markierte die Wende. Rein, der in Eisenach ausgebildet wurde, steigerte sich nun deutlich und brachte die Eisenacher Angreifer reihenweise zur Verzweiflung. Insgesamt verzeichnete er 14 Paraden, viele davon in der Schlussphase. Eine doppelte Überzahl konnte der ThSV nicht nutzen, Würfe von Katzwinkel, Kryeziu und Juhnke fanden nicht mehr den Weg ins Tor.

Erfurt blieb dagegen abgeklärt. Zunächst traf Rein selbst per Wurf ins leere Eisenacher Gehäuse zum 24:25 (50.). Danach schlossen seine Vorderleute ihre Angriffe konsequent ab: Janne Seeber stellte auf 24:26 (54.), Ben Weise erhöhte mit zwei Treffern in Serie auf 24:27 (54. und 59.), ehe Tim Strzala mit dem 24:29 den Endstand herstellte.

Dragunski attestierte beiden Teams ein temporeiches und gutes Handballspiel, sah die Gründe für die Niederlage aber klar benannt: fehlende Alternativen im Rückraum, nachlassende Kräfte und zu viele Fehler in der Schlussphase. Co-Trainer Jan Gesell notierte 15 technische Fehler und 18 Fehlwürfe, darunter zwei vergebene Siebenmeter. Dem gegenüber standen 11 Paraden von ThSV-Torhüter Aron Büchner.

Auf Erfurter Seite ragte Rückraumspieler Ben Weise mit neun Toren heraus, Barthel und Strzala steuerten jeweils sechs Treffer bei. Trotz der Niederlage bleibt die Bilanz der Eisenacher U23 positiv: Mit 6:4 Punkten rangiert das Team auf Platz fünf der Oberliga-Tabelle. An der Spitze liegen mit jeweils 10 Pluspunkten die HSG Suhl, die Wölfe Erfurt und der HBV Jena.

Für den ThSV Eisenach II wartet nun die nächste hohe Hürde: Am Sonntag, 08.11.2026, gastiert die junge Mannschaft beim verlustfreien Tabellenführer HSG Suhl. Anwurf ist um 16.00 Uhr in der Sporthalle Wolfsgrube. Dort wird sich zeigen, ob die U23 die guten Ansätze aus Breitungen in Zählbares ummünzen kann.

Statistik

ThSV Eisenach II: Büchner, Mignot; Kryeziu (3), Rehm (2), Nothum (6), Cech (1), Ruppert (1), Juhnke (5/2), Katzwinkel (3), Rack, Golebniak, Hippert (3), Wengerodt, Heinlein

Wölfe Erfurt: Rein (1), Sondermann; Kirschke, Brill (1), Ottleben (1), Jemric, Strzala (6), Barthel (6), Riedel, Kempe, Köthe (1), Weise (9), Seeber (2), Winner (1), Kellner (1)

Zeitstrafen: ThSV Eisenach 4 x 2 Min. – Wölfe Erfurt 7 x 2 Min., Rot gegen Ottleben nach der 3. Zeitstrafe (37.)

Siebenmeter: ThSV Eisenach II 2/4 – Wölfe Erfurt 0

Schiedsrichter: Krumbholz/Rudolph

Zuschauer: 150 im Sportzentrum Breitungen

Quelle: Pressemitteilung vom 03.11.2026
Veröffentlicht am von , Redakteur

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