Uni Jena wird Exzellenzuniversität – Signal auch für Studierende aus Eisenach
Die Friedrich-Schiller-Universität Jena gehört ab 1. Januar 2027 zum Kreis der Exzellenzstandorte in Deutschland. Die Exzellenzkommission von Bund und Ländern hat am 2. Oktober 2026 entschieden, Jena als eine von fünf neuen Exzellenzuniversitäten beziehungsweise Exzellenzverbünden dauerhaft zu fördern. Für Studieninteressierte aus Eisenach und dem Wartburgkreis stärkt das die Bedeutung des nächstgelegenen großen Universitätsstandorts in Thüringen.
In der zweiten Wettbewerbsrunde der Exzellenzstrategie standen elf Universitäten und Verbünde im Rennen um fünf freie Plätze. Neu ausgewählt wurden neben Jena die Universität Freiburg, die Universität zu Köln, der Verbund der Rhein-Main-Universitäten (TU Darmstadt, Goethe-Universität Frankfurt, Johannes Gutenberg-Universität Mainz) sowie das Ruhr Innovation Lab (Ruhr-Universität Bochum, TU Dortmund). Sie ergänzen zehn bereits im März 2026 bestätigte Exzellenzstandorte, sodass ab 2027 insgesamt 15 Universitäten und Verbünde gefördert werden.
Die Exzellenzstrategie ist ein gemeinsames Programm von Bund und Ländern zur Stärkung der Spitzenforschung an Hochschulen. In der Förderlinie „Exzellenzuniversitäten“ werden die ausgewählten Standorte dauerhaft unterstützt. Einzeluniversitäten konnten bis zu 15 Millionen Euro pro Jahr beantragen, Verbünde bis zu 28 Millionen Euro. Da in der aktuellen Runde die maximale Zahl von fünf neuen Standorten ausgeschöpft und nahezu überall die Höchstsummen beantragt wurden, müssen die bewilligten Beträge für alle geförderten Einrichtungen im Schnitt um rund 21 Prozent gekürzt werden.
Insgesamt stellen Bund und Länder für die Förderlinie Exzellenzuniversitäten künftig 208 Millionen Euro pro Jahr bereit. Darin enthalten sind sowohl die Mittel für die neuen Exzellenzstandorte als auch die Fortführung der Förderung für die bereits etablierten Exzellenzuniversitäten und den bestehenden Exzellenzverbund. Offizieller Start der zweiten Förderphase ist für alle 15 Standorte der 1. Januar 2027.
Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Politik betonten nach der Entscheidung die Bedeutung der Exzellenzstrategie für die internationale Sichtbarkeit des deutschen Wissenschaftssystems. Die DFG-Präsidentin Katja Becker hob hervor, dass alle teilnehmenden Standorte „hochmoderne Konzepte“ vorgelegt hätten, die das Potenzial der Exzellenzcluster und weiterer Forschungsbereiche nutzen. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär verwies auf den Beitrag leistungsfähiger Universitäten zu Wirtschaftswachstum und Fachkräftesicherung.
Für Thüringen bedeutet die Entscheidung, dass mit Jena ein Standort im Land dauerhaft als Exzellenzuniversität gefördert wird. Davon profitieren auch Studierende und Forschende aus Westthüringen, die für ein Studium oder eine wissenschaftliche Laufbahn nach Jena gehen. Kooperationen mit anderen Hochschulen im Land – etwa mit der Dualen Hochschule Gera-Eisenach – können durch das gestärkte Forschungsprofil zusätzlichen Auftrieb erhalten, wie bereits bestehende gemeinsame Projekte mit Universitäten zeigen.
Die Exzellenzstrategie ist als dauerhaftes Programm angelegt. Das Committee of Experts, das die Anträge begutachtet, bereitet derzeit einen Erfahrungsbericht zu beiden Förderlinien – Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten – vor. Dieser soll im Juni 2027 der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern vorgelegt werden. Auf dieser Grundlage wollen Bund und Länder beraten, ob und wie das Programm weiterentwickelt und angepasst wird.
Für Studieninteressierte aus der Region bleibt Jena damit ein zentraler Anlaufpunkt, wenn es um forschungsstarke Studiengänge und wissenschaftliche Karrieren geht. Gleichzeitig zeigen Beispiele aus Eisenach, dass auch kleinere Hochschulstandorte international vernetzt sind – etwa wenn die Duale Hochschule Gera-Eisenach Forschende aus dem Ausland zu Gast hat oder neue Schwerpunkte in zukunftsrelevanten Bereichen wie der Energiewirtschaft aufbaut.
Quelle: Pressemitteilung vom 02.10.2026
Foto: Michael Köhler, CC BY 4.0
Veröffentlicht am 04.10.2026 15:41 von Christian Wolf, Redakteur
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