Nach Wolf-Vorfällen im Thüringer Wald: NABU warnt vor Folgen der Bejagung
Nach dem Bekanntwerden mehrerer Nahbegegnungen mit Wölfen im Bereich Frauenwald und Neuhaus im Thüringer Wald ruft der Naturschutzbund (NABU) Thüringen zu einer sachlichen Auseinandersetzung auf. Die Organisation positioniert sich klar gegen Forderungen, Wölfe ins Jagdrecht aufzunehmen und sie zu bejagen. Nach Einschätzung des NABU könnten solche Maßnahmen die Situation für Menschen sowie Weidetiere verschärfen.
Laut Angaben des NABU kam es jüngst offenbar zum illegalen Abschuss eines Leitwolfs im betreffenden Wolfsrudel. Experten vermuten, dass dadurch die soziale Struktur innerhalb des Rudels gestört wurde. In der Folge könnten die Tiere vermehrt Risiken eingehen, näher an Siedlungen vordringen oder verstärkt Weidetiere, auch mit erhöhten Schutzmaßnahmen, angreifen.
Silvester Tamás vom NABU Thüringen betont, dass Wölfe als hochsoziale Tiere im Familienverband leben und auf einen funktionierenden Rudelverband angewiesen sind. Fällt ein führendes Tier aus, könne die gesamte Gruppe, besonders die Jungtiere, in eine Ausnahmesituation geraten. „Was es derzeit braucht, ist vor allem ein sachlicher Umgang und eine genaue Untersuchung der Vorfälle“, erklärte Tamás.
Das Kompetenzzentrum Wolf/Biber/Luchs des Thüringer Umweltministeriums arbeitet derzeit daran, die aktuellen Geschehnisse einzuschätzen und weitere Schritte zu planen. Zusätzlich soll die Arbeitsgruppe Wolf, ein Gremium aus Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Nutzer- und Naturschutzbereiche, bei der Lösungsfindung mitwirken.
Quelle: Pressemitteilung vom 25.09.2025
Foto: NABU
Veröffentlicht am 26.09.2025 16:33 von Christian Wolf, Redakteur
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